Salzburger Suchtprävention feiert 30-jähriges Bestehen

Mona HopfingerMona Hopfinger
Baum mit Wurzeln auf Händen, auf dem Weg nach oben, "Empowerment & Resilienz"
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Fachstelle Suchtprävention Salzburg blickt auf drei Jahrzehnte Präventionsarbeit zurück. Aus der reinen Aufklärung über Suchtmittel ist ein umfassendes Kompetenzzentrum geworden, das Menschen stärkt und neue Herausforderungen wie digitale Medien aufgreift.

Seit drei Jahrzehnten arbeitet die Fachstelle Suchtprävention Salzburg an zeitgemäßer und wissenschaftlich fundierter Präventionsarbeit. Der Ansatz hat sich grundlegend gewandelt: Während in den 1990er-Jahren die Information über Suchtmittel und deren Gefahren im Vordergrund stand, geht es heute darum, persönliche und soziale Ressourcen zu fördern.

Landesrat Wolfgang Fürweger betont die Bedeutung der Einrichtung: „Gute Suchtprävention beginnt lange bevor eine Abhängigkeit entsteht. Sie stärkt Menschen darin, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen und mit Risiken verantwortungsvoll umzugehen.“ Die Fachstelle sei für das Bundesland eine unverzichtbare Partnerin.

Lebenskompetenzen statt Verbote

Der Wandel in der Präventionsarbeit zeigt sich im veränderten Zugang: „Wir wollen heute nicht mehr nur sagen, was Menschen nicht tun sollen. Wir wollen sie dabei unterstützen, gute Entscheidungen zu treffen, mit Herausforderungen umzugehen und Risiken realistisch einzuschätzen“, erklärt Gerald Brandtner, Leiter der Fachstelle.

Lebenskompetenzprogramme sind mittlerweile ein zentraler Baustein. Selbstvertrauen, Kommunikationsfähigkeit sowie der Umgang mit Stress und Konflikten werden als Schutzfaktoren verstanden, die Kinder und Jugendliche langfristig stärken. Auch die Rausch- und Risikopädagogik hat einen Perspektivenwechsel gebracht: Statt Konsum pauschal zu verurteilen, wird offen über Erfahrungen, Motive und Gefahren gesprochen.

Monika Parhammer, Suchtkoordinatorin des Landes Salzburg, unterstreicht: „Jugendliche brauchen keine erhobenen Zeigefinger, sondern Räume, in denen sie offen über Konsum, Gruppendruck, Risiken und ihre eigenen Grenzen sprechen können.“

Vernetzung als Erfolgsfaktor

Die enge Kooperation mit Schulen, Jugendarbeit, Eltern, Gemeinden und Fachkräften gilt als wesentlicher Erfolgsfaktor. Nachhaltige Suchtprävention brauche ein starkes Netzwerk, heißt es von der Fachstelle. Die sogenannten Präventionsfrühstücke verbinden Fachinformation mit Austausch und Vernetzung und greifen aktuelle Entwicklungen auf.

Digitale Medien als neue Herausforderung

Neben Alkohol, Nikotin und illegalen Substanzen rücken zunehmend digitale Medien in den Fokus. Soziale Medien, Gaming und andere digitale Angebote arbeiten teilweise mit Mechanismen, die Aufmerksamkeit binden und die Nutzung verlängern. Junge Menschen brauchen Unterstützung, um diese Mechanismen zu verstehen und ihre Mediennutzung reflektiert zu gestalten.

„Zeitgemäße Prävention muss dort ansetzen, wo junge Menschen leben – und das ist heute zunehmend die digitale Welt“, betont Brandtner. Es gehe nicht nur um Suchtmittel, sondern um Mechanismen, die Menschen abhängig machen können – von Substanzen ebenso wie von bestimmten Verhaltensweisen. Hierfür brauche es auch klare gesellschaftliche Regulierungen.

Die Fachstelle Suchtprävention ist bei akzente Salzburg angesiedelt und versteht die 30 Jahre Erfahrung als Auftrag für die Zukunft: Menschen sollen gestärkt werden, bevor Probleme entstehen.

Quelle: https://www.nussdorf.at/30_Jahre_Suchtpraevention_in_Salzburg_Vom_Aufklaeren_zum_Staerken

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