Salzburger Uniklinik als Zentrum für Bauchfellkrebs zertifiziert

Die Universitätsklinik für Chirurgie am Uniklinikum Salzburg erhielt eine Zertifizierung als Kompetenzzentrum für die operative Behandlung von bösartigen Bauchfellerkrankungen. Die Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie gilt bis Ende September 2029.
Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) hat die Universitätsklinik für Chirurgie am Uniklinikum Salzburg als spezialisiertes Zentrum für die chirurgische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit bösartigen Bauchfellerkrankungen ausgezeichnet. Die Zertifizierung ist bis 30. September 2029 gültig.
Komplexe Eingriffe bei Bauchfellkrebs
Das Bauchfell umhüllt die Bauchhöhle und die darin liegenden Organe. Krebserkrankungen können dort eigenständig auftreten oder durch Absiedlungen von Tumoren anderer Organe wie dem Darm entstehen. Für ausgewählte Betroffene bietet sich eine zytoreduktive Operation (CRS) an, bei der sichtbares Tumorgewebe möglichst vollständig entfernt wird. In manchen Fällen schließt sich die HIPEC an – eine auf etwa Körpertemperatur oder darüber erwärmte Chemotherapie, die unmittelbar im Bauchraum verabreicht wird.
Ob dieser Eingriff für eine Patientin oder einen Patienten geeignet ist, wird individuell und in Zusammenarbeit mehrerer Fachbereiche entschieden.
Mehr als 200 HIPEC-Behandlungen seit 2013
Seit 2013 wurden am Universitätsklinikum Salzburg über 200 HIPEC-Behandlungen durchgeführt. Hinzu kommen zahlreiche zytoreduktive Operationen ohne HIPEC. „Bauchfellkrebs lässt sich nur dann gut behandeln, wenn chirurgische Erfahrung, eine sorgfältige Auswahl der Patientinnen und Patienten und die Zusammenarbeit vieler Fachrichtungen zusammenkommen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Klaus Emmanuel, Vorstand der Universitätsklinik für Chirurgie. Die externe Bestätigung der Strukturen sei erfreulich und Ansporn, die Versorgung weiterzuentwickeln.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
An der Behandlung sind neben der Chirurgie auch Onkologie, Anästhesie, Intensivmedizin und weitere Fachbereiche beteiligt. Von der Therapieentscheidung über den Eingriff bis zur Nachsorge stehen sie den Patientinnen und Patienten zur Seite. Die Zentrumsstruktur definiert die Schnittstellen eindeutig.
Qualitätssicherung durch Zertifizierung
Die Zertifizierung dient der Qualitätssicherung. Die DGAV vergibt das Zertifikat an Zentren, die festgelegte Kriterien erfüllen. Dazu gehören die Qualifikation des Behandlungsteams, strukturierte Abläufe und die Dokumentation der Behandlungsergebnisse. Die Erfüllung dieser Anforderungen wird in einem eigenen Verfahren überprüft. Für Betroffene und Angehörige bietet das Zertifikat eine Orientierung bei der Suche nach einem spezialisierten Behandlungszentrum.
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