Salzburgs Seilbahnen rüsten gegen Cyberangriffe auf

Die Salzburger Seilbahnwirtschaft bereitet sich auf die wachsende Bedrohung durch Cyberattacken vor. Digitale Angriffe verursachen in Österreich jährlich drei Milliarden Euro Schaden, so die Versicherungen.
Die Salzburger Seilbahnbetriebe waren bisher noch nicht Ziel von Cyberkriminellen. Dennoch ist man sich der Gefahr bewusst und trifft Vorsorgemaßnahmen. Wolfgang Hettegger, Vorstand des Snow Space Salzburg, setzt auf Schulungen: „Wir machen hier wirklich externe Schulungen aller unserer Mitarbeiter und natürlich dieses Bedrohungsszenario oder diese Bedrohungen künstlich einspielen, um dann zu sehen, wie Mitarbeiter reagieren“, erklärte er. Durch die simulierten Angriffe könne man proaktiv mit den Beschäftigten sprechen und einen großen Lerneffekt erzielen.
Laut Erhebungen der Versicherungsbranche ist etwa ein Siebtel aller Cyberattacken erfolgreich. Die Schäden für Österreichs Wirtschaft belaufen sich mittlerweile auf drei Milliarden Euro pro Jahr.
Komplexe Steuerungssysteme als Schwachstelle
Neben menschlichen Fehlern, etwa durch Phishing-Attacken, bieten auch die technischen Systeme Angriffsflächen. Erich Egger, Sprecher der Salzburger Seilbahnwirtschaft, machte sich keine Illusionen über die Risiken: Die Kassen seien online, teilweise auch die Anlagen selbst mit den Herstellern verbunden, ebenso die Beschneiungsanlagen. Selbst wenn diese wieder offline geschaltet würden, bestehe eine Verbindung. „Wenn eine Bahn steht, ist Gefahr, dass andere auch stehen“, warnte Egger.
Vor Abschluss einer Versicherungspolizze gegen Onlineattacken würden Computerexperten alle digitalen Komponenten des Seilbahnbetriebs genau prüfen, betonte Max Holzinger, Leiter der Uniqa Versicherungstechnik. Die günstigsten Produkte starteten bei einer Million Euro Versicherungssumme. Für einen mittelgroßen Betrieb liegen die Prämien bei 4.000 bis 5.000 Euro jährlich. In Relation zu den Kosten eines Betriebsstillstands oder dem Einsatz von Software-Spezialisten seien diese Beträge verschwindend gering.
Erpresser passen Forderungen an Bilanz an
Josef Pöchtrager, Uniqa-Landesdirektor, wies auf eine besondere Taktik der Kriminellen hin: Meistens werde die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens vom Verursacher betrachtet und das Erpressungsgeld an die Bilanz angepasst. Neben der finanziellen Erpressung müssten auch mediale und rechtliche Aspekte sowie der Kollateralschaden strukturiert abgearbeitet werden. Unternehmen seien auf solche Situationen nicht vorbereitet und benötigten Unterstützung.
Die Seilbahnbetriebe und Versicherer wollen dem durch zunehmenden KI-Einsatz intensiver werdenden Ansturm krimineller Angriffe die Stirn bieten. Sollten Angreifer trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eindringen, stünden Datenforensiker binnen drei Stunden für Rettungseinsätze bereit, versprechen die Versicherungen.
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