Sanierungsoffensive bringt 500 Millionen für Bauwirtschaft

Mathias FischerMathias Fischer
Handwerker montiert Dämmplatten an Fassade eines Hauses in Österreich.
© Ingo Bartussek | stock.adobe.com

Die Wirtschaftskammer begrüßt die neue Sanierungsoffensive der Bundesregierung. Das Programm soll mit einem halben Milliarde Euro die Bauwirtschaft und das Handwerk stärken und zusätzliche Aufträge für heimische Betriebe schaffen.

WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger bezeichnet die von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Umweltminister Norbert Totschnig präsentierte Sanierungsoffensive als wichtigen ersten Schritt zur Belebung der heimischen Wirtschaft. Die Initiative schaffe zusätzliche Nachfrage in der Bauwirtschaft und im Handwerk, bringe Aufträge für Betriebe und stärke die regionale Wertschöpfung.

Für 2027 sind insgesamt 500 Millionen Euro vorgesehen. Davon fließen 321 Millionen Euro in thermische Sanierungen wie Gebäudedämmung und Fenstertausch. Weitere 179 Millionen Euro sind für den Austausch alter Öl- und Gasheizungen reserviert. Bereits ab 2. November können mit freigewordenen Mitteln aus 2026 wieder Anträge für den Heizungstausch eingereicht werden. Förderungen für thermische Sanierungen stehen ab 4. Jänner 2027 bereit.

Impulse für kleine und mittlere Unternehmen

Die Bauwirtschaft habe unter hohen Kosten, schwierigen Finanzierungsbedingungen und zurückgestellten Projekten gelitten, so die Wirtschaftskammer. Die Sanierungsoffensive setze hier gezielt an. Von zusätzlichen Sanierungsaufträgen würden insbesondere kleine und mittlere Unternehmen profitieren – von Bau- und Installationsbetrieben über Fensterhersteller bis hin zu Baustoffhändlern und Zulieferern.

Gleichzeitig unterstützten die Förderungen Haushalte dabei, ihre Gebäude energieeffizienter zu machen und langfristig Energiekosten zu senken. „Die Sanierungsoffensive verbindet wirtschaftliche Impulse mit Klimaschutz. Sie hilft einer wichtigen Branche, schafft Beschäftigung und unterstützt die Menschen dabei, in ihre eigenen vier Wände zu investieren“, erklärt Danninger.

Zustimmung aus den Fachverbänden

Robert Schmid, Obmann des WKÖ-Fachverbandes der Stein- und keramischen Industrie, betont die Bedeutung von Kontinuität und Planbarkeit bei Gebäudesanierungen. Unternehmen und private Eigentümer hätten jetzt wieder stabile Rahmenbedingungen für Investitionen, die sorgfältig geplant und finanziert werden müssten.

Anton Berger, Bundesinnungsmeister der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker, sieht in der Offensive einen wichtigen Impuls für die Modernisierung des österreichischen Gebäudebestands. Entscheidend sei, dass die Förderung bei den Menschen ankomme und verlässliche Rahmenbedingungen schaffe. Die Fachbetriebe stünden bereit, moderne, energieeffiziente Heizsysteme umzusetzen. Allerdings trübten die zeitliche Umsetzung und die fehlende Abstimmung sowie die noch nicht definierte Weiterführung die Stimmung.

Roman Oberndorfer, Obmann des Fachverbandes der Immobilientreuhänder, bezeichnet die Initiative als wichtiges Signal für die österreichische Immobilienwirtschaft. Trotz aktueller Finanzierungsprobleme würden dringend notwendige Investitionen in den Gebäudebestand unterstützt und wertvolle Impulse für die Bauwirtschaft, die Beschäftigung und die regionale Wertschöpfung gesetzt.

Der Fachverband der Holzindustrie Österreichs begrüßt die Aufstockung der Fördermittel für die thermisch-energetische Sanierung. „Die Sanierung und Weiterentwicklung des Gebäudebestands bieten erhebliches Potenzial für Klimaschutz, Ressourceneffizienz und die Baukonjunktur“, erklärt Fachverbandsobmann Erlfried Taurer. Holz eigne sich besonders gut, um die klima- und baupolitischen Ziele zu erreichen.

Manfred Denk, Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, sieht in der Sanierungsoffensive eine Win-win-win-Situation. Die Betriebe im Gewerbe und Handwerk brächten die Klima- und Energiewende auf den Boden und stärkten dadurch zielsicher die regionale Wertschöpfung. Die Initiative schaffe Anreize für Investitionen, von denen Haushalte, Betriebe und das Klima nachhaltig profitierten.

Quelle: https://www.wko.at/oe/news/wkoe-sanierungsoffensive-setzt-wichtigen-konjunkturimpuls

Worüber spricht Feldkirch?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – 1x pro Woche für Gemeinden.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.