Saubermacher zeigt Textilrecycling auf Fashion Week

Mona HopfingerMona Hopfinger
Textilrecycling: Berge von Altkleidern werden zu neuen Kleidungsstücken verarbeitet.
© Mit KI (Gemini) generiert

Das steirische Recyclingunternehmen Saubermacher präsentiert am 18. September bei der Vienna Fashion Week.26 im Museumsquartier, wie aus Altkleidung neue Mode entstehen kann. Gemeinsam mit Designerin Gabriele Rigby wird der Weg vom nicht mehr tragbaren Textil zurück auf den Laufsteg gezeigt.

Saubermacher tritt als Partner der Vienna Fashion Week.26 auf und demonstriert zusammen mit dem Modelabel FRÖHLICH, wie Alttextilien nach Sortierung und Aufbereitung zu Ausgangsmaterial für neue Kleidungsstücke werden. Das Unternehmen wandelt sich damit zunehmend vom reinen Entsorger zum Aufbereiter und Lieferanten von Sekundärrohstoffen im Textilbereich.

Massive Mengen an Textilabfällen in Europa

Laut einer Berechnung der Boston Consulting Group fielen im Jahr 2025 rund 13,3 Millionen Tonnen Post-Consumer-Textilabfälle in Europa an. Das entspricht etwa 25 Kilogramm pro Person. Während tragbare Kleidung möglichst lange weiterverwendet werden sollte, braucht es für Textilien am Ende ihrer Lebensdauer Recyclinglösungen. Derzeit stammt weniger als ein Prozent des globalen Fasermarktes aus Faser-zu-Faser-Recycling.

Sortierung als Schlüssel zum Recycling

Alte Textilien bestehen oft aus verschiedenen Fasern und Materialmischungen. Um den richtigen Recyclingweg zu finden, muss zuerst geklärt werden, woraus ein Stück besteht und welche Farbe es hat. Die Sortierung ist derzeit der größte Engpass: Fast ausschließlich wird zwischen wiederverwendbaren und nicht wiederverwendbaren Textilien unterschieden – eine Sortierung nach Materialien findet kaum statt.

Je präziser nach Materialien getrennt wird, desto gezielter können Textilien für die weitere Verarbeitung aufbereitet werden. Nicht jede Faser eignet sich für neues Garn, geringere Faserqualitäten können aber in sogenannten Open-Loop-Anwendungen weiterverwendet werden – etwa für Automobilzubehör, Dämmstoffe, Möbel oder Akustikpaneele. Die Königsdisziplin ist das Faser-zu-Faser-Recycling, bei dem geeignete Alttextilien wieder zu Ausgangsmaterial für neue Textilien werden.

Partnerschaften für den Textilkreislauf

Saubermacher entwickelt und erprobt gemeinsam mit Partnern neue Recyclingwege für nicht mehr nutzbare Textilien. In Projekten mit Kastner & Öhler, Gigasport, Mode Roth und Salesianer sowie in den Forschungsprojekten StraTex und ReUseTex werden Ansätze für Sammlung, Sortierung, Materialerkennung und Aufbereitung getestet.

Für Faser-zu-Faser-Recycling arbeitet das Unternehmen mit Refibertech zusammen. Ein portugiesischer Partner verarbeitet Textilabfälle zu Recyclingfasern, Garnen und Stoffen. Die Projektergebnisse fließen in eine geplante Materialsortieranlage im Großraum Graz ein, die Alttextilien künftig automatisiert nach Material und Farbe sortieren soll.

Podiumsdiskussion und Fashion Show

Am 18. September werden Designs von Gabriele Rigby vom Modelabel FRÖHLICH über den Laufsteg der Vienna Fashion Week.26 gehen. Sortierte Fasern aus nicht mehr tragbarer Altkleidung werden gemeinsam mit Primärfasern zu neuem Stoff verarbeitet.

Den inhaltlichen Rahmen zur Fashion Show setzt eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Mode endet nicht. Sie beginnt neu." – mit Nunu Kaller (Textilexpertin, Fair-Fashion-Aktivistin), Andreas Opelt (CEO Saubermacher), Tércio Pinto (Impetus Group) und Designerin Gabriele Rigby. Die Moderation übernimmt Schauspielerin und Umweltaktivistin Lilian Klebow.

Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Voraussetzungen es für Textilrecycling im großen Maßstab braucht und wie aus einzelnen Pilotprojekten Recyclingkreisläufe werden können.

„Unser Ziel ist es, möglichst viele nicht mehr nutzbare Textilien einem stofflichen Recycling zuzuführen. Dafür wollen wir bereits heute die Voraussetzungen schaffen und Lösungen in die Praxis bringen“, wird Andreas Opelt zitiert. Wer neue Recyclingwege entwickle, Partnerschaften aufbaue und in Infrastruktur investiere, übernehme Verantwortung, aber auch Risiko. Damit aus dieser Vorleistung ein funktionierender Markt werden könne, brauche es verlässliche Spielregeln und faire Bedingungen für alle.

Eva-Maria Wurzer, Business Development Textilien bei Saubermacher, betont: „Textilrecycling ist Teamsport. Es gibt nicht die eine Technologie, die jedes Alttextil wieder zu einem neuen Kleidungsstück macht.“ Entscheidend sei, Materialien richtig zu erkennen und für jede Fraktion den passenden nächsten Schritt zu finden.

Quelle: https://saubermacher.com/presse/saubermacher-vienna-fashion-week-26

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