Schaf-Kettenhemd aus Kärnten stößt auf Ablehnung

Eine Schutzrüstung aus Plastikstacheln für Schafe, entwickelt von einem Kärntner Erfinder, erntet von Salzburger Fachleuten deutliche Kritik. Die Konstruktion sei weder praxistauglich noch tierschutzgerecht, so der ORF.
Rudolf Schaubach aus Kärnten hat ein Korsett aus Plastikstacheln für Schafe entwickelt. Die Erfindung sorgt in der Fachwelt jedoch vor allem für kontroverse Diskussionen. Lisa Sernow, Kuratorin am Zoo Salzburg, äußert Bedenken: Die Art Ritterrüstung schränke die Tiere vermutlich ein. Schafe könnten damit hängenbleiben und sich nicht mehr richtig putzen. Zudem seien Schafe sehr soziale Tiere, die im Stall gerne eng zusammenkuscheln würden, um sich Schutz und Zusammenhalt zu bieten – das könne man auch im Zoo beobachten.
Zweifel an Wirksamkeit gegen Wölfe
Ob die Plastikstacheln einen Beutegreifer wie den Wolf im Ernstfall tatsächlich abhalten könnten, bezweifelt Sernow. Wenn ein Wolf wirklich Futter besorgen müsse, möglicherweise auch für Jungtiere, werde ihn das Plastikhemd wahrscheinlich nicht davon abhalten.
Gefahr im Gelände
Bernhard Rinnhofer, Geschäftsführer des Landesverbands für Schafe und Ziegen, hält die Erfindung nicht für praxistauglich. Die Tiere seien im Gelände unterwegs, wo viele Äste und Stauden sind. Dort könnten die Schafe leicht hängen bleiben und sich verheddern.
Auch ungeachtet aller Tierschutzüberlegungen seien solche Kettenhemden unwirtschaftlich, ergänzt Rinnhofer. Im Bundesland Salzburg gebe es ungefähr 36.000 Schafe. Da wäre es aus seiner Sicht noch einfacher, jeden Wolf mit einem Maulkorb auszustatten.
Für den Wolfsbeauftragten des Landes, Hannes Üblagger, kommen „Tierversuche“ weder mit Schafen noch mit Wölfen in Frage. Allerdings mache die Kärntner Erfindung deutlich, dass es bisher an praktikablem Herdenschutz fehle und die Auseinandersetzung damit unausweichlich sei.
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