Schafe pflegen Trockenrasen im Weinviertel
Über 60 Schafe beweiden rund fünf Hektar wertvolle Trockenrasenflächen bei Neusiedl an der Zaya. Die Beweidung ist Teil von Ausgleichsmaßnahmen für einen neuen Windpark und verbindet erneuerbare Energie mit Naturschutz.
Unweit einer Windkraftbaustelle im Weinviertel haben mehr als 60 Schafe ein neues Revier bezogen. Auf etwa fünf Hektar Trockenrasenflächen bei Neusiedl an der Zaya übernehmen die Tiere die Landschaftspflege – eine Aufgabe, die sonst Maschinen erledigen würden. Die natürliche Beweidung soll seltene Lebensräume dauerhaft erhalten.
Die Schafherde ist Teil der Ausgleichsmaßnahmen für den Bau eines Windparks. „Die Schafe fühlen sich auf dem Gelände sichtlich wohl. Sie übernehmen Aufgaben, für die sonst Maschinen im Einsatz wären. Das ist eine Lösung, von der Mensch und Tier gleichermaßen profitieren. Und entzückend anzusehen sind sie auch noch“, erklärt EVN-Sprecher Stefan Zach.
Ideale Helfer gegen Verbuschung
Für den Naturpark Leiserberge sind die Tiere optimal geeignet, um die stark verbuschten Flächen wiederherzustellen. „Schafe eignen sich besonders gut, um diese wertvollen Flächen, die mittlerweile stark verbuscht sind, wiederherzustellen. Hier gibt es alles, was Schafe gerne fressen“, sagt Geschäftsführer Alexander Ernst.
Auch die Agrargemeinschaft Neusiedl an der Zaya profitiert von der Kooperation. „Unsere Flächen können mit den Tieren ideal bewirtschaftet werden und die Schafe freuen sich über ein nahezu unbegrenztes Futterangebot“, betont Obmann Ronald Bauer.
Artenreiche Lebensräume erhalten
Die Trockenrasen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Niederösterreichs. Im Frühjahr blühen dort unter anderem das seltene Frühjahrs-Adonisröschen und die Große Kuhschelle. Durch die Beweidung sollen diese wertvollen Standorte langfristig gesichert werden.
Die Schafherde ist eine von zahlreichen Naturschutzmaßnahmen der EVN Naturkraft. Seit rund 30 Jahren setzt das Unternehmen Ausgleichsprojekte rund um Windparks um und betreut mittlerweile mehr als 250 Hektar ökologisch wertvoller Flächen. Dazu zählen unter anderem Bienenfresserwände, Landschaftsteiche für Schwarzstörche oder spezielle Lebensräume für den Wespenbussard.
„Der sorgsame Umgang mit der Natur ist für uns selbstverständlicher Bestandteil jedes Projekts. So entstehen wertvoller Ökostrom und gleichzeitig neue Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten“, so Zach. Mit Projekten wie diesem zeige sich, dass der Ausbau erneuerbarer Energie und aktiver Naturschutz durchaus gemeinsam funktionieren können.
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