Scheuch testet CO₂-Abscheidung im Zementwerk Kirchdorf

Der oberösterreichische Umwelttechnologiespezialist Scheuch betreibt im Zementwerk Kirchdorf eine Pilotanlage zur CO₂-Abscheidung aus industriellen Abgasen. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Landeshauptmann Thomas Stelzer informierten sich vor Ort über die Technologie.
Im oberösterreichischen Zementwerk Kirchdorf läuft derzeit eine Pilotanlage zur direkten CO₂-Abscheidung aus industriellen Abgasen. Das Unternehmen Scheuch erprobt dort unter realen Produktionsbedingungen eine Technologie, die für die Dekarbonisierung energieintensiver Industrien relevant werden könnte.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Landeshauptmann Thomas Stelzer besuchten die Anlage und ließen sich den Stand der Entwicklung zeigen. Auch Vertreter der Industrie waren vor Ort, darunter Markus Mitteregger von der RAG Austria AG und Joao Paulo Pereira da Silva von der Kirchdorfer Gruppe.
Abscheidung direkt im industriellen Prozess
Scheuch setzt bei der CO₂-Reduktion dort an, wo die Emissionen entstehen: im industriellen Abgasstrom. Während über Transport und Speicherung von Kohlendioxid diskutiert wird, konzentriert sich das oberösterreichische Unternehmen auf die Abscheidung als ersten Schritt.
Besonders in der Baustoffindustrie entstehen Emissionen, die sich nicht vollständig vermeiden lassen. Für deren Reduktion braucht es Technologien, die CO₂ direkt aus dem Abgas entfernen können.
Thomas Eberl, CFO der Scheuch Group, erklärte: „Unsere Anlage in Kirchdorf ist bereits in Betrieb und liefert wichtige Erkenntnisse unter realen industriellen Bedingungen. Damit schaffen wir die Basis, um aus österreichischem Umwelttechnik-Know-how eine international einsetzbare Lösung zu entwickeln.“
Jahrzehntelange Erfahrung als Grundlage
Das Unternehmen bringt jahrzehntelange Erfahrung in der industriellen Abgasreinigung mit. Dieses Know-how bildet die Grundlage für die Entwicklung leistungsfähiger Carbon-Capture-Lösungen und verschafft Scheuch nach eigenen Angaben einen technologischen Vorsprung.
Stefan Scheuch, CEO der Scheuch Group, betonte: „Mit der Pilotanlage in Kirchdorf gehen wir aus der Entwicklung in die industrielle Anwendung. Unser Ziel sind robuste und skalierbare Lösungen für unsere Kunden weltweit.“
Rahmenbedingungen für größere Anwendungen nötig
Die Pilotanlage im Zementwerk Kirchdorf zeigt, wie sich Kompetenz in der industriellen Luftreinhaltung in konkrete Lösungen zur CO₂-Abscheidung umsetzen lässt. Eine wichtige technologische Basis für den weiteren industriellen Einsatz sei damit geschaffen.
Entscheidend seien nun die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, die derzeit neu gestaltet werden. Die Maßnahmen sollen Investitionen erleichtern und größere industrielle Anwendungen ermöglichen – ebenso wie die weitere Nutzung oder Speicherung des abgeschiedenen CO₂.
Die Scheuch Group mit Hauptsitz in Aurolzmünster beschäftigt rund 1.355 Mitarbeitende und verfügt über 15 Niederlassungen auf verschiedenen Kontinenten. Seit mehr als 60 Jahren arbeitet das Familienunternehmen an der Senkung von Feinstaub- und Schadstoffemissionen.
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