Schirmstange durchstieß Leber: Familie sucht Ersthelfer

Ein Regenschirm wurde für eine Neunjährige aus Wörgl bei der MotoGP in Spielberg zum lebensgefährlichen Gegenstand. Die Stange drang acht Zentimeter tief in ihren Oberbauch ein und verletzte Leber und Gallenblase schwer. Zwei Ersthelfer reagierten sofort und halfen dem Mädchen durch schnelles Handeln, so der ORF.
Vanessa wollte nach dem Rennen ihren Schirm zusammenklappen, den sie als Sonnenschutz verwendet hatte. Doch der Mechanismus klemmte. „Der Schirm ist schwer zum Abspannen gegangen. Vanessa hat es versucht, wie Kinder das eben machen. Sie hat den Schirm gegen ihren Körper gedrückt. Da ist der Griff plötzlich abgebrochen und sie hat sich die Stange in den Oberbauch gestoßen“, berichtet die Mutter laut einer Aussendung des Uniklinikums Graz.
Von außen war nur eine kleine Wunde sichtbar. Tatsächlich war die Stange aber in den Körper eingedrungen. Das Mädchen zog die Stange selbst wieder heraus, was zu starken Blutungen führte.
Ersthelfer stoppten Blutung bis zum Eintreffen des Notarztes
Eine Frau aus dem Publikum reagierte unmittelbar. Zusammen mit einem weiteren Helfer sammelte sie alle verfügbaren Tücher und übte damit Druck auf die stark blutende Wunde aus. So überbrückten sie die Zeit bis zur Übernahme durch den Notarzt.
Per Hubschrauber wurde Vanessa in den Schockraum der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie in Graz geflogen. Die Verletzung war deutlich schwerer als zunächst vermutet. „Die Schirmstange muss rund acht Zentimeter tief in den Oberbauch eingedrungen sein“, erklärt Klinikvorstand Holger Till. Die Stange hatte die Leber durchstoßen und die Gallenblase perforiert. Im Bauchraum hatte sich Blut angesammelt.
Operation und Entfernung der Gallenblase
Ein Ärzteteam rund um Till operierte das Mädchen. Die perforierte Gallenblase wurde entfernt, die verletzte Leber versorgt. Die Entfernung der Gallenblase bedeute für Vanessa im Alltag kaum Einschränkungen, so die Ärzte. Die Gallenblase diene vor allem als Speicher, ohne sie gelange die Galle nun direkt über die Gallenwege in den Darm.
Nach der Operation wurde die Neunjährige zunächst intensivmedizinisch betreut. Etwas mehr als eine Woche nach dem Unfall konnte sie nach Hause nach Wörgl fahren. Mittlerweile sei sie schmerzfrei, teilt das Spital mit.
Suche nach englischsprachiger Krankenschwester und Sanitäter
Die Familie möchte nun jene beiden Menschen finden, die unmittelbar nach dem Unfall geholfen hatten, um ihnen persönlich zu danken. Gesucht wird eine englischsprachige Krankenschwester, die Tücher die stark blutende Wunde gedrückt hatte. Außerdem ein Mann, der nach Erinnerung der Familie Sanitäter war.
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