Schleiereule: Sieben Küken im Flachgau flügge geworden

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Ein grenzüberschreitendes Projekt zwischen Salzburg und Bayern sichert den Bestand der gefährdeten Schleiereule. Heuer wurden im Flachgau sieben Jungvögel erfolgreich aufgezogen – dank spezieller Nistkästen auf Bauernhöfen.

Die Schleiereule ist durch den Verlust ihres Lebensraums mittlerweile gefährdet. Ein Interreg-Projekt zwischen Bayern und Salzburg will eine der letzten zusammenhängenden Populationen im Rupertiwinkel langfristig erhalten. Der Vogel mit den großen schwarzen Augen und dem herzförmigen Gesicht gilt als effizienter Mäusejäger und ist besonders für die Landwirtschaft von Nutzen.

In Salzburg führt das Haus der Natur das Projekt durch, in Bayern der Landesbund für Vogel- und Naturschutz e.V. Rund 60.000 Euro an EU-Mitteln fließen in den kommenden drei Jahren für die Bestandssicherung nach Salzburg.

Landwirte stellen Brutplätze zur Verfügung

Die grenzüberschreitende Initiative wurde vor gut 20 Jahren ins Leben gerufen. Jakob Pöhacker vom Haus der Natur, Ornithologe und Leiter der Wirbeltiersammlung des Museums, erklärt: „Etwa 30 Landwirte im Flachgau stellen uns derzeit auf ihrem Grundstück Plätze für Nistkästen zur Verfügung, zum Beispiel in Scheunen.“ Ungestörte Brutplätze würden immer seltener, etwa weil Stalldächer verschlossen werden und die Vögel nicht mehr einfliegen können. Seit 2020 zeige das Projekt erste Erfolge.

Für das Jahr 2026 liegen bereits erste Erkenntnisse vor. Pöhacker berichtet von einem etwas schwächeren Eulenjahr: „Wir haben bis dato in Salzburg drei Brutpaare gezählt, davon waren zwei Bruten erfolgreich. Sieben Küken sind flügge geworden.“ Die Schleiereulen kümmern sich gemeinsam um die Aufzucht ihrer Jungen und erlegen dabei bis zu 50 Mäuse täglich. Im Rahmen des Projekts wurde eine eigene ARGE Schleiereule gegründet, um die Zusammenarbeit mit Bauern und der Jägerschaft im Flachgau zu verbessern.

Landwirt: „Population entwickelt sich gut“

Johannes Kirchtag, Haiderbauer in Lamprechtshausen, nimmt seit rund zehn Jahren am Interreg-Projekt teil. Auf dem Heuboden seines Bauernhofs hat er Platz für die Brutkästen bereitgestellt. Als Jäger und Naturliebhaber freue er sich, seinen Teil zur Unterstützung dieser seltenen Rasse beizutragen. Es sei schon vorgekommen, dass sich Schleiereulen und Falken einen Brutkasten geteilt haben, in der Regel brüten die Pärchen jedoch allein. Die Population entwickle sich gut, das Projekt funktioniere sehr gut. Die Tiere fangen etliche Mäuse und helfen so mit, den Bestand auf den Feldern zu regulieren. Die diesjährige Trockenheit habe sich auch bei der Schleiereule bemerkbar gemacht, da es weniger Mäuse gab.

Landesrat: „Vorbildhafte Zusammenarbeit“

Der für Regionalentwicklung und EU-Regionalpolitik zuständige Landesrat Wolfgang Fürweger betont, das grenzüberschreitende Interreg-Projekt zeige, wie Naturschutz und Landwirtschaft gemeinsam erfolgreich zusammenarbeiten können. Mit Brutkästen, Monitoring und der Pflege der Lebensräume werde ein effizienter und völlig natürlicher Mäusejäger unterstützt. Die enge Zusammenarbeit über die Landesgrenze hinweg sei dabei vorbildhaft. Gemeinden, Wissenschaft und engagierte Landwirtinnen und Landwirte ziehen dabei an einem Strang.

Schleiereulen können eine Größe von bis zu 40 Zentimetern und eine Flügelspannweite von 95 Zentimetern erreichen. Ihren Namen hat das Tier von den markanten weißen Gesichtsfedern, die auch als Schleier bezeichnet werden. Im Schnitt werden die Vögel fünf Jahre alt, ausgewachsene Tiere wiegen rund 350 Gramm.

Quelle: https://www.nussdorf.at/Salzburg_und_Bayern_Artenschutzprojekt_fuer_Schleiereule_zeigt_erste_Erfolge

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