Schnabelberg erhält erstes Gipfelkreuz

Mathias FischerMathias Fischer
Wandergruppe vor einem Gipfelkreuz in den österreichischen Alpen
© htlwy.at

Am 958 Meter hohen Schnabelberg in Waidhofen wurde ein neues Gipfelkreuz gesegnet. Rund 20 Schüler der HTL Waidhofen fertigten das Kreuz in einem aufwendigen Projekt und trugen es bei einem Schneesturm selbst auf den Gipfel.

Am 2. Oktober wurde das neue Gipfelkreuz am Schnabelberg im Beisein von rund 150 Gästen feierlich gesegnet. Matthias Prem von der Bergrettung Waidhofen führte durch den Festakt.

Von der Idee zum Gipfelkreuz

Die Idee für das Kreuz entstand im Jahr 2019. Mario Magnes, Einsatzleiter der Bergrettung Waidhofen, stellte damals fest, dass der 958 Meter hohe Schnabelberg über eine klar definierte höchste Erhebung verfügt. Zusammen mit der Grundeigentümerfamilie Pechgraber vom „Oberreithbauer“ entwickelte sich die Idee, dem bei Wanderern, Skitourengehern und Mountainbikern beliebten Berg ein Gipfelkreuz zu geben. Nach Klärung versicherungsrechtlicher Fragen konnte das Vorhaben umgesetzt werden.

HTL-Schüler schmiedeten das Kreuz

Über Josef Merkinger, Wegereferent des Alpenvereins Waidhofen und Lehrer an der HTL, wurde die HTL Waidhofen in das Projekt eingebunden. Direktor Harald Rebhandl erinnerte sich bei der Segnung: Nach langen Verhandlungen und einem strengen Auswahlverfahren habe die HTL den Zuschlag erhalten, das Kreuz zu fertigen.

Gemeinsam mit den Lehrern und Projektbetreuern Nikolaus Frühwirth und Georg Kromoser machten sich etwa 20 Schüler an die Arbeit. Damit das Projekt auch für wenig erfahrene Schüler machbar war, wurde zunächst ein entsprechender Entwurf entwickelt. Eine besondere Herausforderung stellte das Biegen der massiven T-Profile dar. Mehr als 1.000 Grad waren notwendig, rund 25 Minuten musste das Eisen erhitzt werden. Muskelkraft, Technik und vor allem Teamarbeit waren gefragt.

Schneesturm überraschte Schüler beim Aufstellen

Das Aufstellen des Kreuzes zu Jahresbeginn verlief abenteuerlich. Während im Tal kurze Hosen noch passend erschienen, erwartete die Gruppe am Schnabelberg ein nicht vorausgesagter Schneesturm. Der Traktor konnte das unbefestigte letzte Stück nicht mehr bewältigen. Die frierenden Schüler beschlossen kurzerhand, das Kreuz selbst bis zum vorgesehenen Standort zu tragen.

Projektleiter Frühwirth und Kromoser zeigten sich bei der Feier beeindruckt vom Engagement der Jugendlichen. Während das Fundament und das Kreuz einbetoniert wurden, rotteten sich immer mehr Schüler unter einem Haselbusch zusammen. Die Lehrer entdeckten, dass sie dort Taschentücher entzündeten, um sich an den Mini-Feuern die Finger zu wärmen. Auch Lehrer Frühwirth bestätigte, seine Hände seien so kalt gewesen, dass er nicht mehr gespürt habe, ob er die Eisenschrauben noch in der Hand hielt.

Segnung mit Musik und Humor

Die Segnung nahm Pfarrer Poschenrieder vor, musikalisch begleitet von zwei Musikanten, die hinter dem Kreuz stehend auch ein paar Spritzer des Weihwassers abbekamen. Für das Lehrpersonal der HTL war die Feier zugleich Ziel des alljährlichen Ausfluges, weshalb zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer sowie Mitglieder der Bergrettung an der Segnung teilnahmen.

Nach dem Festakt ging es zur Bergrettungshütte, wo der Nachmittag bei Würsteln und Getränken gemütlich ausklang.

Wandergruppe steht auf einer Straße im Grünen, viele Personen lächeln in die Kamera.
© htlwy.at

Quelle: https://www.htlwy.at/beitraege/schnabelbergkreuz-feierlich-gesegnet

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