Schönbrunn liefert Videos für Eisbären-Warnsystem

Mona HopfingerMona Hopfinger
Eisbär mit digitaler Überlagerung von Erfassungsdaten und Kamera-Symbol, Kalender zeigt 1.-7. November.
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Tiergarten Schönbrunn unterstützt die Entwicklung eines KI-gestützten Frühwarnsystems zum Schutz von Eisbären und Menschen. Videoaufnahmen des Eisbären-Männchens sollen helfen, eine kostengünstige Alternative zu einem bereits erprobten Radarsystem zu entwickeln.

Mit Videoaufnahmen seines Eisbären-Männchens beteiligt sich der Tiergarten Schönbrunn an der Entwicklung eines innovativen Frühwarnsystems. Die Technologie soll Eisbären mithilfe künstlicher Intelligenz erkennen, bevor sie Menschen zu nahe kommen. Entwickelt wird das System von der Artenschutzorganisation Polar Bears International (PBI), die der Wiener Zoo seit vielen Jahren unterstützt.

Anlässlich der Polar Bear Week von 1. bis 7. November rückt der Tiergarten das Forschungsprojekt in den Mittelpunkt. „Durch den Klimawandel schwindet das arktische Meereis. Eisbären verbringen immer mehr Zeit an Land, wodurch die Mensch-Tier-Konflikte zunehmen können“, erklärt Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck. Frühzeitiges Erkennen der Tiere könne gefährliche Situationen vermeiden – zum Schutz von Menschen und Eisbären gleichermaßen.

Von „Bear-dar“ zu „Bear-vision“

Polar Bears International hat bereits das KI-gestützte Radarsystem „Bear-dar“ entwickelt, das sich nähernde Eisbären erkennt und rechtzeitig warnt. In der kanadischen Arktis kam es bereits erfolgreich zum Einsatz. Wegen der hohen Kosten arbeitet die Organisation nun an einer günstigeren Alternative namens „Bear-vision“.

Diese soll Eisbären automatisch anhand von Videobildern identifizieren. Um die KI zu trainieren, wird umfangreiches Videomaterial benötigt. Der Tiergarten Schönbrunn sammelt dafür Aufnahmen seines Eisbären-Männchens bei unterschiedlichen Wetter- und Lichtbedingungen.

Blutproben ohne Narkose

Auch abseits des KI-Projekts leistet das Eisbären-Männchen einen Beitrag zur Forschung. Durch medizinisches Training lernt das Tier, freiwillig und stressfrei etwa das Maul zu öffnen, auf die Waage zu gehen oder sich Blut abnehmen zu lassen. So können regelmäßig und ganz ohne Narkose Blutproben entnommen werden, die wertvolle Referenzdaten liefern und helfen, Untersuchungsergebnisse von Eisbären in der Wildbahn besser einzuordnen.

Quelle: https://www.zoovienna.at/de/news/ki-fur-den-eisbarenschutz

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