Schrems: „Konzerne fladern Daten für KI-Training“

Der Datenschutzaktivist Max Schrems kritisiert US-Technologiekonzerne scharf. Diese würden Milliarden verdienen, indem sie Daten für das Training Künstlicher Intelligenz verwenden, so der ORF.
Der 38-jährige Jurist aus Salzburg hat sich durch Klagen gegen große Technologieunternehmen einen Namen gemacht. Bereits vor 15 Jahren ging er als Student erstmals gegen Facebook vor. Daraufhin hob der Europäische Gerichtshof das Abkommen „Safe Harbour“ zwischen der EU und den USA auf, das den Austausch sensibler Daten regelte.
Heute ist Schrems Vorsitzender des Wiener Vereins „none of your business“, den er mitgegründet hat.
Transparenz fehlt
„Selbst die Techniker der großen Konzerne verstehen teilweise gar nicht mehr, wo die Daten hingehen“, erklärt der Datenschützer. Transparenz sei ein Grundprinzip des Datenschutzes – man müsse verstehen, was mit den eigenen Informationen geschehe.
Die Unternehmen würden Milliardengewinne erzielen, „indem sie mehr oder weniger die Daten fladern von allen anderen und für das Training ihrer Künstlichen Intelligenz verwenden“, kritisiert Schrems.
Behörden fehlt Personal
Gerade beim Datenschutz werde zu wenig kontrolliert, ob geltende Gesetze eingehalten werden. „Die Behörden sind entweder politisch unwillig oder nicht gut genug ausgestattet“, so der Jurist. Auch in Österreich sei der Personalmangel ein großes Problem.
Persönliches Risiko von zehn Millionen Euro
Bei einem Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof, das Schrems gewann, haftete er persönlich für Verfahrenskosten in Höhe von zehn Millionen Euro. Er nehme seinen Einsatz inhaltlich ernst, aber auch mit Humor – „sonst schläft man wahrscheinlich nicht gut“.
Am 16. September wird Schrems in der Arbeiterkammer in Linz über „Künstliche Intelligenz und Datenschutz“ sprechen.
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