Schülerin erlebte Tränengas bei Erasmus-Austausch in Nancy

Mona HopfingerMona Hopfinger
Schüler mit Rucksäcken gehen durch eine neblige Stadt mit brennenden Mülltonnen und einem Bus.
© Mit KI (Gemini) generiert

Eine österreichische Schülerin verbrachte zwei Wochen an einer Partnerschule in Frankreich. Neben Sprachkenntnissen und neuen Freundschaften erlebte Teodora auch Schülerproteste hautnah – inklusive Tränengas in der Luft.

Im Rahmen von Erasmus+ absolvierte die Schülerin Teodora zu Schuljahresbeginn einen zweiwöchigen Austausch in Nancy. Was als Sprachaufenthalt begann, entwickelte sich zu einer unerwarteten Begegnung mit politischen Protesten.

Erste Woche: Französisch lernen und Freundschaften knüpfen

Teodora lernte viele neue Menschen kennen, schloss Freundschaften und sprach intensiv Französisch. Besonders die Jugendsprache hatte es ihr angetan: Wörter wie „wesh“, „t'inquiète“ oder „ouf“ bereicherten ihren Wortschatz. Amüsant fand sie vor allem „t'inquiète“ – eine Abkürzung von „ne t'inquiète pas“ (mach dir keine Sorgen), die wörtlich das Gegenteil bedeutet.

Zweite Woche: Proteste und Tränengas

In der zweiten Woche änderte sich die Atmosphäre drastisch. Schülerproteste prägten den Alltag, die Stimmung wurde angespannt. Teodora spürte erstmals Tränengas in der Luft – ihre Augen brannten leicht, obwohl sie nicht direkt im Zentrum der Auseinandersetzungen war.

Die Proteste haben einen konkreten Hintergrund: An ihrer Gastschule fehlten jahrelang Lehrkräfte, manche Jugendliche hatten über mehrere Jahre keinen Französischunterricht. Die Vorbereitung auf das Baccalauréat (französische Matura) sei unter diesen Umständen nicht ideal, so Teodora. Sie beobachtete auch gewaltsame Ausschreitungen – brennende Autos und Müllcontainer sowie Angriffe auf Busse.

Trotz der unerwarteten Ereignisse zieht die Schülerin ein positives Fazit: Sie habe nicht nur Sprache und Kultur kennengelernt, sondern auch erfahren, wie politische Konflikte den Alltag prägen. Mit nach Hause nahm sie neue Freundschaften und weit mehr als nur Vokabeln.

Gegenbesuch aus Frankreich

Auf der Rückreise begleitete Austauschpartnerin Sasha Teodora nach Tirol. Zwei Wochen lang besuchte die Französin die österreichische Schule und lernte Land und Leute kennen.

Vor der Anreise sei sie nervös gewesen, berichtet Sasha – ein individueller Austausch ohne Gruppe könne stressig sein. Doch in Tirol seien alle Ängste verschwunden. Sie habe eine herzliche Gastfamilie und eine offene Schule vorgefunden. Einzig die Kälte sei gewöhnungsbedürftig, „und das ist noch nicht einmal Winter“, schreibt sie.

Überrascht zeigte sich die Französin über die Unterschiede im Schulsystem. Positiv hob sie hervor, dass die meisten Österreicher Englisch sprechen – die Verständigung im Alltag sei dadurch problemlos. Beeindruckt war Sasha von den Bergen rund um Dörfer und Städte: „Die Aussicht macht den morgendlichen Weg zum Bahnhof erträglicher.“

Ihr Fazit: Sie empfehle jedem, Austauschschüler zu werden, und bedanke sich für den herzlichen Empfang.

Quelle: https://franziskanergymhall.tsn.at/news/zwei-laender-viele-begegnungen

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