Schülerorganisation protestiert gegen Kopftuchverbot

Pia ProdingerPia Prodinger
Junge Frau mit Kopftuch vor einem Regal mit Zeitschriften
© senoka 🌞 / Pexels (Symbolbild)

Die Aktion kritischer Schüler_innen (AKS) hat am Montag vor dem Bundeskanzleramt gegen das seit 1. September geltende Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 14 Jahren demonstriert. Die Organisation fordert die Rücknahme der Regelung.

Zum Start des neuen Schuljahres in den ersten Bundesländern hat die Aktion kritischer Schüler_innen (AKS) am Montag vor dem Bundeskanzleramt gegen das Kopftuchverbot protestiert. Die Regelung, die Schülerinnen unter 14 Jahren das Tragen eines Kopftuchs untersagt, ist seit 1. September in Kraft.

Die Schülerorganisation lehnt das Verbot ab und verlangt stattdessen eine Bildungspolitik, die junge Menschen ernst nimmt und ihre Selbstbestimmung fördert. „Es ist wichtig, dass Schüler_innen selbstbestimmt über sich und ihren Körper entscheiden können und aktiv mitreden, wenn es um ihr Bildungssystem geht. Wir wollen die Mündigkeit junger Mädchen stärken und sie nicht dem Zwang ausliefern!“, erklärte Julia Greiner, Bundesvorsitzende der AKS.

Kritik am Verbot als Ausgrenzung

Das Antirassismusteam der AKS kritisiert die Regelung scharf. „Das Verbot greift direkt in die Selbstbestimmung junger Menschen ein und schafft neue Ausgrenzungen an unseren Schulen. Schule muss ein Ort der Akzeptanz und freien Entfaltung sein, kein Ort der Bevormundung. Wir fordern die sofortige Rücknahme dieser Regelung!“, sagte Mayas Jahjah aus Salzburg, Mitglied des Antirassismusteams.

Yara Alnahhas aus Wien ergänzte: „Freiheit entsteht nicht durch Verbote. Wer Integration fordert, darf Ausgrenzung nicht zum Gesetz machen. Ein Kopftuchverbot sagt muslimischen Mädchen: Ihr gehört nur dazu, wenn ihr einen Teil eurer Identität ablegt.“

Forderung nach echter Mitbestimmung

Estelya Öz aus Niederösterreich betonte: „Religionsfreiheit und individuelle Entscheidungsfreiheit sind Grundvoraussetzungen unserer Demokratie. Ein Verbot schränkt junge Frauen zusätzlich ein und reduziert sie auf ihr Äußeres. Wir müssen mit ihnen sprechen, nicht über sie.“

Maisaa Bakor aus Oberösterreich forderte: „Eine demokratische Bildungspolitik darf nicht entscheiden, wer aufgrund seiner Religion dazugehört und wer nicht. Sie muss dafür sorgen, dass jedes Kind und jede_r Schüler_in unabhängig von Herkunft, Religion oder Aussehen die gleichen Rechte, Chancen und die gleiche Stimme hat.“

Mit Bannern und Masken machte die AKS vor dem Bundeskanzleramt auf ihre Kritik aufmerksam. Die Organisation verlangt eine Bildungspolitik, die Schülerinnen und Schüler nicht übergeht, sondern ihnen echte Mitbestimmung ermöglicht. „Wir wollen keine Politik, die über unsere Köpfe hinweg entscheidet. Wir wollen eine Schule, in der Schüler_innen selbst mitreden und mitentscheiden können“, so Greiner abschließend.

Quelle: OTS

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