Schützen in Zell am See schießen trotz Anzeige weiter

Nach einer Anzeige wegen Tinnitus-Beschwerden verteidigt der Obmann der Zeller Schützen das traditionelle Böllerschießen. Die Haftpflichtversicherung hat den Fall übernommen, so der ORF.
Gerhard Brandner, Obmann der Zeller Schützen, zeigt sich unbeeindruckt von den Vorwürfen. Ein Ehepaar habe nach einer Veranstaltung am Stadtplatz mit 500 Personen einen Tinnitus erlitten und Anzeige erstattet. Die allgemeine Haftpflichtversicherung habe den Fall mittlerweile übernommen.
„Es waren 500 Leute am Stadtplatz. Und genau zwei Personen, ein Ehepaar, hat da einen Tinnitus gekriegt?“, fragt Brandner. Die Kritik richte sich dagegen, dass mit der Kanone geschossen worden sei und keine mehrsprachigen Ankündigungen erfolgt seien.
Mehrsprachige Ansagen nicht umsetzbar
Mehrsprachige Durchsagen hält der Obmann für nicht praktikabel. In Zell am See müsste er aufgrund der vielen arabischen Gäste auch Arabisch sprechen. „Das wäre dann ein Wahnsinn. Da müsste ich nur noch Sprachen lernen, und alles andere müsste ich lassen“, so Brandner.
Vom traditionellen Böllerschießen will die Schützengruppe nicht abrücken. „Das lassen wir uns nicht nehmen. Das ist unser Brauch, in Tirol wie in Salzburg“, betont der Obmann. Man werde weiterhin schießen – in der Stadt und überall.
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