Schulsozialarbeit startet an sechs Fachschulen in NÖ

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird an sechs Landwirtschaftlichen Fachschulen in Niederösterreich ein Pilotprojekt zur Schulsozialarbeit eingeführt. Das Angebot soll Jugendliche bei persönlichen, sozialen und familiären Problemen unterstützen.

An sechs Landwirtschaftlichen Fachschulen in Niederösterreich wird ab dem kommenden Schuljahr ein Pilotprojekt zur Schulsozialarbeit umgesetzt. Über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren erhalten Schülerinnen und Schüler damit eine zusätzliche Betreuung direkt am Schulstandort, die bei persönlichen, sozialen oder familiären Schwierigkeiten Hilfe bietet.

Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister betont, dass die Landwirtschaftlichen Fachschulen nicht nur Orte des Lernens seien, sondern auch Lebensräume. Durch die Kombination aus Schule, Praxis und Internat entstünden für Jugendliche besondere Anforderungen. Die Schulsozialarbeit schaffe eine zusätzliche Anlaufstelle, die frühzeitig unterstütze, stärke und dabei helfe, Probleme gemeinsam zu bewältigen.

Unterstützung in prägender Lebensphase

Helmuth Sturm, Leiter der Abteilung Schulen beim Amt der NÖ Landesregierung, hebt hervor, dass die Landwirtschaftlichen Fachschulen Jugendliche in einer besonders prägenden Lebensphase begleiten. Die Ausbildung beginne ab der neunten Schulstufe, also mit etwa 15 Jahren. Schulsozialarbeit biete die Chance, Schülerinnen und Schüler bei Herausforderungen zu begleiten und ihnen bei Bedarf professionelle Hilfestellung zu geben. Auch die Reflexion spiele in diesem Prozess eine wichtige Rolle.

Sturm dankt der Bildungs-Landesrätin für die Umsetzung dieser ergänzenden Möglichkeit, die ab dem Schuljahr 2026/2027 an sechs Schulstandorten im landwirtschaftlichen Fachschulwesen neu geschaffen werde. Schulsozialarbeit sei keine Selbstverständlichkeit.

Freiwilliges und vertrauliches Beratungsangebot

Die Schulsozialarbeit ist ein präventives Angebot der Kinder- und Jugendhilfe und ergänzt bestehende Unterstützungsangebote an den Schulen. Eine Sozialarbeiterin oder ein Sozialarbeiter ist regelmäßig vor Ort und bietet Schülerinnen und Schülern eine freiwillige, kostenlose und vertrauliche Beratung an. Das Angebot richtet sich neben den Jugendlichen auch an Lehrende, Schulleitungen sowie Eltern und Erziehungsberechtigte.

Die Leistungen umfassen Einzel- und Gruppenberatung, sozialarbeiterische Unterstützung sowie Begleitung in Krisensituationen. Jugendliche stünden heute vor vielfältigen sozialen und emotionalen Herausforderungen, so Teschl-Hofmeister. Die Schulsozialarbeit helfe dabei, Probleme frühzeitig zu erkennen, stärke die Persönlichkeit und trage zu einem positiven Schulklima bei.

Fokus auf Internatsbetrieb

Ein besonderer Fokus liegt auf den Rahmenbedingungen der Landwirtschaftlichen Fachschulen mit Internatsbetrieb. Der Wechsel in ein neues Umfeld, das gemeinsame Wohnen, Konflikte im Alltag oder familiäre Belastungen können Jugendliche fordern. Die Schulsozialarbeit unterstützt dabei, Konflikte zu lösen, soziale Kompetenzen zu fördern und das Miteinander im Schul- und Internatsalltag zu stärken.

Ziel des Pilotprojekts ist es, Schülerinnen und Schüler in ihrer persönlichen Entwicklung zu fördern, Eigenverantwortung und Konfliktfähigkeit zu stärken sowie frühzeitig Unterstützung anzubieten. Gleichzeitig leistet die Schulsozialarbeit einen wichtigen Beitrag zur Prävention und zur Stärkung der gesamten Schulgemeinschaft.

Teschl-Hofmeister betont abschließend, dass man mit der Schulsozialarbeit in die Zukunft der Jugendlichen investiere. Sie biete Unterstützung dort, wo sie gebraucht werde, stärke die Gemeinschaft an den Schulen und schaffe einen wichtigen Baustein für ein wertschätzendes Schulumfeld.

Quelle: OTS

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