Schutzwald-Sanierung in Bad Gastein zeigt erste Erfolge

Mona HopfingerMona Hopfinger
Drei Personen vor Bergpanorama in Tirol
© sbg-jaegerschaft.at

Ein Pilotprojekt zur Wiederherstellung der Schutzwälder im Gasteinertal kombiniert Aufforstung, technische Sicherung und Wildmanagement. Die Maßnahmen sollen Wohnhäuser und Infrastruktur vor Naturgefahren schützen.

Die Schutzwälder im Kötschachtal und am Talschluss von Bad Gastein sind in den vergangenen Jahren durch Windwurf, Borkenkäfer, Trockenheit und Extremwetter stark geschädigt worden. Ein Pilotprojekt, das Aufforstung, technische Verbauung und professionelle Steuerung der Wildbestände verbindet, zeigt nun erste messbare Erfolge. Die Maßnahmen sollen mehr Sicherheit für Wohnhäuser und Infrastruktur im Tal bringen.

Die Schutzwälder bewahren die Bevölkerung vor Steinschlag, Muren und Lawinen. An den großen, teils kahlen Flächen ist derzeit mit freiem Auge erkennbar, dass diese Berghänge rasch wieder bewaldet werden müssen, damit sie ihre Schutzfunktion erfüllen können. Das Sanierungsprojekt verbindet die Handlungsfelder Forst, Jagd und Technik.

Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg

„Die Bereiche Forst, Jagd und technische Verbauung wurden bei diesem Projekt im Gasteinertal beispielhaft zusammengeführt“, so Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek. Die ersten Erfolge der engen Zusammenarbeit seien sehr vielversprechend und zeigten, dass sich der Schutzwald gut entwickle. Besonders dankte sie der Jägerschaft, die als verlässlicher Partner große Verantwortung übernehme und einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung leiste – vieles davon in der Freizeit und auf eigene Kosten.

Landesrat Maximilian Aigner betonte, dass technische Verbauungen wie Steinschlagnetze unmittelbaren Schutz bieten, während der Wald langfristig auf natürliche Weise für Sicherheit sorge. „Schutzwald vorausschauend zu erhalten heißt, den Lebensraum der Bevölkerung über Generationen vor Naturgefahren zu bewahren“, so Aigner. Die langfristige enge Zusammenarbeit aller Beteiligten passiere in Bad Gastein in vorbildlicher Weise und sei beispielgebend für viele Regionen in Salzburg.

Wildökologisches Monitoring als Besonderheit

Eine Besonderheit des Projekts ist das erstmals durchgeführte wildökologische Monitoring. Kameras beobachteten den Wildbestand und die Wege der Tiere in der Region. So ließ sich genau feststellen, wie groß die Population ist. Man konnte auch sehen, wie sie den Wald und die Aufforstungsflächen beeinflusst. Insgesamt gibt es so genaue Daten zu einer Fläche von 7.000 Hektar. Mit diesen Daten kann man entscheiden, wie die Wildbestände gesteuert werden. Das Ziel: In den empfindlichen Schutzwaldgebieten soll der Wald langfristig erfolgreich nachwachsen.
Johannes Rieder leitet das Projekt bei der Bezirkshauptmannschaft St. Johann. Er erklärte, das Begleitprojekt betreffe nicht nur die aktuelle Schadfläche, sondern den ganzen Lebensraum des Wildes. Damit gebe es eine Grundlage, um langfristige Ziele für alle gefährdeten Schutzwaldbereiche in der ganzen Region zu setzen.

Investitionen und langfristige Planung

Seit dem Jahr 2020 läuft das Schutzwaldsanierungsprojekt von Land Salzburg und Wildbach- und Lawinenverbauung im Kötschachtal. Die technischen Schutzmaßnahmen wie Steinschlagnetze stehen bereits. Bund, Land und Interessenten investierten dafür rund 1,2 Millionen Euro. Das Projektgebiet misst 110 Hektar, 36 Hektar davon sind unzureichend bewaldet.
Binnen 20 Jahren soll hier ein stabiler, klimafitter Schutzwald heranwachsen. Für die forstlichen Maßnahmen sind in diesem Zeitraum 500.000 Euro veranschlagt. Gesetzt wird auf standortgerechten, an die klimatischen Bedingungen angepassten Mischwald.

Zeit als limitierender Faktor

Zeit ist der Engpass bei der Schutzwaldsanierung. „Schutzwald in dieser Höhe entwickelt sich sehr langsam. Deshalb forsten wir aktiv auf, angepasst an den Standort“, betonte Rieder. Wild, Klimawandel und weitere Faktoren beeinflussten das Ganze. Mit dem wildökologischen Begleitprojekt werde wertvolle Zeit bei der Wiederherstellung der Schutzfunktion des Waldes gewonnen.

Bezirksjägermeister Johann Sulzberger erklärte, dass der relativ hohe Bestand an Rotwild in der Region ausschlaggebend für das wildökologische Begleitprojekt war. Die Überwachung durch Drohnen, Kameras und Wildzählungen bei den Fütterungen habe sich als sehr wertvoll erwiesen und sei von den örtlichen Jägern gut akzeptiert worden. Wie bei jedem Pilotprojekt habe es auch hier Kinderkrankheiten gegeben, die aber für die Zukunft und künftige Projekte ausgeschaltet worden seien.

Im Land Salzburg laufen derzeit etwa 20 Schutzwaldprojekte. Jedes davon hilft dauerhaft, den Lebensraum der Menschen zu erhalten.

Quelle: https://www.sbg-jaegerschaft.at/neuigkeiten/schutzwaldsanierung-in-bad-gastein

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