Schwarz setzt auf Speed-Disziplinen

Der Kärntner Skirennläufer Marco Schwarz konzentriert sich ab der kommenden Saison auf Riesentorlauf, Super-G und ausgewählte Abfahrten. Den Slalom will der 31-Jährige „ausklingen lassen“, wie er am Dienstag in Wien bekannt gab.
Marco Schwarz hat eine weitreichende Entscheidung für seine sportliche Zukunft getroffen. Der 31-jährige Kärntner verkündete am Dienstag bei einem Medientermin in Wien, dass er sich künftig auf Riesentorlauf, Super-G und ausgewählte Abfahrten fokussieren wird. „Es war eine der härtesten Entscheidungen, die ich bis jetzt in meiner Karriere hatte“, erklärte Schwarz. Mit Blick auf den FIS-Kalender und die gesamte Planung seien vier Disziplinen nicht zu vereinbaren.
Rennstress und Verletzungshistorie als Gründe
Als Begründung nannte der Skirennläufer unter anderem den Rennstress rund um Weihnachten, der keine Zeit zur Regeneration lasse. Zudem sei er bereits über 30 Jahre alt und müsse angesichts seiner Verletzungshistorie vernünftig handeln. „Besser sich zu fokussieren, als in vier Disziplinen Mittelmaß zu sein“, sagte Schwarz. Er wolle die Kräfte bündeln, um gewinnen und ums Podium mitfahren zu können.
Ganz vom Slalom verabschieden will sich der Kärntner allerdings nicht. Er werde die Disziplin ab und zu weiterhin trainieren. Nach den Weltmeisterschaften in Crans-Montana sei es möglich, dass er ausgewählte Torläufe im Weltcup bestreitet. „Wenn es Sinn macht, und es darf mich nicht belasten, und ich will keinem einen Platz wegnehmen“, stellte er klar. Auch ein Antreten beim Weltcupfinale sei denkbar.
Laut FIS-Statistik bestritt Schwarz 105 Slaloms im Weltcup. Er feierte drei Siege und stand insgesamt 14 Mal auf dem Podest. 2019 gewann er WM-Bronze. Im vergangenen Winter erreichte er als bestes Ergebnis Rang acht in Val d'Isere. „Ich liebe nach wie vor den Slalom, es ist eine irrsinnig schöne Disziplin“, betonte Schwarz. Seit der letzten Verletzung habe sich die Entwicklung aber nicht mehr so gestaltet, wie er es sich gewünscht hätte. Um den nächsten Schritt zu machen, hätte er sehr viel Zeit investieren müssen. „Ich spüre einfach, dass ich noch so viel mehr Potenzial in den Speeddisziplinen habe.“
Erleichterung nach langer Entscheidungsphase
Der Schritt sei eine große Erleichterung, so Schwarz. „Ich habe den ganzen Sommer gebraucht. Natürlich war es schon irgendwie klar, aber es laut auszusprechen, da habe ich eine Zeit gebraucht. Bis ich es akzeptiert habe.“ Er sei aber voll überzeugt, dass er im Riesentorlauf und Super-G mehr rausholen könne. Beim vierwöchigen, intensiven Trainingscamp in Chile habe er ein freieres Gefühl verspürt und gemerkt, dass es für den Körper mehr Sinn mache. Auch auf den Abfahrtskiern habe er sich im Vergleich zum vergangenen Jahr sehr gut gefühlt.
Vier Kilogramm mehr und neuer Servicemann
Vier Kilogramm hat Schwarz zugelegt, er hält nun bei 91 Kilogramm. „Mit den Abfahrtstrainings und allem Drum und Dran braucht man schon viel Substanz über die gesamte Saison“, merkte er an. In den Winter startet er mit dem neuen Servicemann Roman Steiner-Holzmann. „Ich sehe das auch als Chance, mich etwas mehr über Material auszutauschen“, sagte Schwarz. In den letzten Jahren habe er Kim Erlandsson blind vertraut. Mit Roman müsse er sich das erarbeiten, er habe aber sehr hohes Vertrauen.
Quelle: APA
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