Schwechat: 361 Jobs bei Bodenabfertiger gefährdet

Am Flughafen Wien-Schwechat steht ein Wechsel bei der Bodenabfertigung bevor. Ab 25. Oktober 2026 übernimmt die Joint Sky Services GmbH die Lizenz von der Airline Assistance Switzerland. Alle 361 Mitarbeiter wurden beim AMS-Frühwarnsystem angemeldet, so der ORF.
Jährlich werden am Flughafen Wien-Schwechat mehr als 240.000 Starts und Landungen durchgeführt. Den Großteil davon wickelt die Flughafen Wien AG ab. Als zweiter Bodenverkehrsdienstleister ist die Airline Assistance Switzerland (AAS) tätig, die rund 19.000 Flüge pro Jahr abfertigt. EU-Vorschriften verlangen, dass Flughäfen eine Alternative zum Flughafenbetreiber anbieten müssen.
Die AAS hält die Bewilligung seit 1. Jänner 2020. Da das Flughafenbodenabfertigungsgesetz eine maximale Lizenzdauer von sieben Jahren festlegt, hat das Verkehrsministerium die Konzession neu ausgeschrieben. Ab 25. Oktober 2026 geht die Bewilligung an die Joint Sky Services GmbH mit Sitz in Eisenstadt.
Alle Beschäftigten beim AMS gemeldet
Was mit den Beschäftigten der AAS geschieht, ist derzeit offen. Mitte August wurden sämtliche 361 Mitarbeiter beim AMS-Frühwarnsystem registriert. „Dies bedeutet nicht, dass alle in Wien tätigen Mitarbeitenden gekündigt werden. Die Anzeige erfolgte aus Vorsichtsgründen“, erklärte Juristin Anna Mertinz im Auftrag der AAS.
Sowohl Mertinz als auch Martin Stift, Geschäftsführer der Joint Sky Services GmbH, sprechen von laufenden Verhandlungen. Stift sieht keinen Grund zur Sorge, da der derzeitige Personaleinsatz am untersten Rand der Erfordernisse liege. Grundsätzlich würden alle betroffenen Mitarbeiter übernommen, wenn die Kunden der AAS ebenfalls wechseln, so Stift. Sollten Airlines zur Flughafen Wien AG wechseln, benötige diese das ausgebildete Personal.
Gewerkschaft verlangt Klarheit
Die Gewerkschaft GPA forderte am Donnerstag nach ersten Gesprächen rasche Antworten. „Der Austausch war konstruktiv, doch es fehlt nach wie vor an klaren Antworten für die Beschäftigten“, sagte Thomas Schäffer, Vorsitzender der Gewerkschaft GPA Niederösterreich. Beide Unternehmen seien gefordert, die Beschäftigten schnellstmöglich zu informieren und Rechtssicherheit zu schaffen.
Bodenabfertigung sei sicherheitsrelevante Arbeit, betonte Schäffer. Dafür brauche es gut ausgebildetes, sicherheitsüberprüftes und erfahrenes Personal, das die Abläufe und Besonderheiten des Standorts kenne. Dieses Wissen lasse sich nicht von heute auf morgen ersetzen.
Worüber spricht Bruck an der Leitha morgen?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.