SCS feiert 50. Geburtstag – Shoppingcenter-Boom prägte Handel

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Westfield Shopping City Süd in Vösendorf wird bald 50 Jahre alt. Seit der Eröffnung am 22. September 1976 hat das größte Einkaufszentrum Österreichs den heimischen Handel grundlegend verändert.

Das größte Einkaufszentrum Österreichs steht kurz vor seinem 50. Geburtstag. Die Westfield Shopping City Süd (SCS) in Vösendorf wurde am 22. September 1976 eröffnet. Der Wiener Textilfabrikant Hans Dujsik (1924 bis 2003) hatte Anfang der 1970er-Jahre die Vision, am Stadtrand von Wien eine Einkaufsstadt nach US-Vorbild zu schaffen. Der Siegeszug der Einkaufs- und Fachmarktzentren hat den österreichischen Handel in den vergangenen Jahrzehnten tiefgreifend umgestaltet.

Von der Eröffnung bis zur Übernahme

1977 öffnete in der Shopping City Süd das erste Ikea-Möbelhaus in Österreich seine Pforten. Eine erste Erweiterung folgte 1988, ein Jahr später erhielt das Einkaufszentrum eine eigene Autobahnabfahrt. 1994 kam ein Multiplex mit Kino-Center hinzu. 2002 wurden Haupthaus, Ikea und Multiplex miteinander verbunden.

Unibail-Rodamco-Westfield (damals Unibail-Rodamco) erwarb die Shopping City Süd im Jahr 2008 von der Hans-Dujsik-Privatstiftung. Der Kaufpreis soll zwischen 600 und 800 Millionen Euro gelegen haben.

Modernisierung und Neuausrichtung

Von Mitte 2010 bis Ende 2013 wurde die SCS bei laufendem Betrieb um rund 150 Millionen Euro umfassend modernisiert und umgebaut. Im Frühjahr 2021 verkaufte der börsennotierte Shoppingcenter-Betreiber 45 Prozent der SCS für 480 Millionen Euro an die französische Großbank Crédit Agricole Assurances. 2023 flossen 25 Millionen Euro in das SCS Multiplex, um ein neues Kino-, Entertainment- und Gastroangebot zu schaffen.

Mit rund 330 Geschäften auf über 200.000 Quadratmetern, 60 Gastronomiebetrieben und 10.000 Parkplätzen zählt die Westfield Shopping City Süd zu den größten Shoppingcentern in Europa. Die Corona-Pandemiejahre 2020 bis 2022 trafen die SCS hart. 2023 habe man wieder das Niveau von 2019 erreicht, sagte der Zentraleuropa-Chef von Unibail-Rodamco-Westfield, Paul Douay, im APA-Gespräch. Trotz schwachem Wirtschaftswachstum in Österreich habe man 2025 einen neuen Rekord bei Umsatz und Besuchern verzeichnet. Erweiterungspläne gebe es nicht. „Wir haben genügend Fläche in Vösendorf.“

Onlinehandel setzt Modebereich unter Druck

Die starke Konkurrenz durch den Onlinehandel spüren vor allem die stationären Mode- und Schuhhändler. 30 Prozent der Verkaufsfläche in der SCS entfielen zuletzt noch auf den Modebereich. Seit Jahren sei dieser Anteil rückläufig, so der Manager. Gastronomie und Freizeitangebote würden bereits mehr als 20 Prozent der Fläche in der Westfield Shopping City Süd ausmachen.

Im Bereich Gastro, Freizeit und Gesundheit/Body soll das Angebot noch ausgebaut werden. Virgin Active plant, ein Fitnessstudio in der SCS zu eröffnen. Vor Ort ist bereits ein Fitinn.

Forderung nach Sonntagsöffnung

Douay drängt auf eine Lockerung der Ladenöffnungszeiten hierzulande. In Bratislava seien etwa Einkaufszentren am Sonntag geöffnet und gut besucht. Für Österreich wünscht sich der Zentraleuropa-Chef von Unibail-Rodamco-Westfield pro Jahr sechs bis zehn Öffnungstage am Sonntag.

Über 250 Shopping Center in Österreich

Derzeit gibt es hierzulande laut dem Berater Standort+Markt 251 Shopping Center, davon 131 Shopping Malls und 120 Fachmarktzentren bzw. Retail Parks. Auf die Shopping Center entfielen zuletzt rund 20 Prozent des Einzelhandelsumsatzes in Österreich.

Den Aufstieg der Shopping Center in den vergangenen Jahrzehnten bekamen die klassischen Facheinzelhändler (u.a. Mode, Schuhe) sowie Bäcker und Fleischhauer in den Orts- bzw. Stadtkernen stark zu spüren. Viele Gemeinden und Städte reagierten mit der Errichtung von Fußgängerzonen, um wieder mehr Einkäufer in die Ortskerne zu locken.

Quelle: APA

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