Sechs Monate bedingt für Tierquälerei in Ettendorf

Ein 26-jähriges Paar wurde wegen Vernachlässigung zahlreicher Tiere zu jeweils sechs Monaten bedingter Haft verurteilt. Die Polizei hatte in ihrem Haus in Ettendorf abgemagerte Hunde, Katzen und Reptilien vorgefunden, so der ORF.
Nach einem Hinweis aus der Nachbarschaft rückte die Polizei am 30. März zu einem verwahrlosten Haus in Ettendorf aus. Die Beamten trafen auf beißenden Geruch, völlig verschmutzte Räume und zahlreiche Tiere, die nicht artgerecht gehalten wurden. Darunter befanden sich abgemagerte Hunde und Katzen, ein Minihausschwein sowie zwölf Reptilien.
Zu den Reptilien gehörten eine Baumpython, Bartagamen, Kornnattern und ein Kronengecko. Aufgrund ihres schlechten Zustands wurden die Tiere in Tierheime oder zu Spezialisten gebracht.
Paar gestand vor Gericht
Umfassendes Geständnis, bedingte Haft: Die beiden 26-Jährigen räumten vor Gericht ein, zu viele Tiere gehalten und den Überblick verloren zu haben. Richter Gerhard Pöllinger-Sorré stufte sie als Tiermessies ein und betonte, dass Vernachlässigung rechtlich ebenso als Tierquälerei gelte wie sadistische Misshandlung. Das Urteil: je sechs Monate bedingte Haft sowie Geldstrafen von 1.440 Euro für den Mann und 720 Euro für die Frau.
Urteil ist rechtskräftig
Als mildernd angerechnet wurden die Unbescholtenheit der Angeklagten und ihr Geständnis – erschwerend hingegen die Vielzahl der betroffenen Tiere und die lange Dauer der Missstände. Da beide Angeklagten das Urteil akzeptierten und Staatsanwältin Daniela Britzmann auf Rechtsmittel verzichtete, ist es rechtskräftig.
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