Sechs Monate mit dem Rucksack durch Lateinamerika

Mathias FischerMathias Fischer
Wanderer mit Rucksäcken auf Bergpfad in bergiger Landschaft mit Wolkenhimmel
© Anna Nußbaumer

Anna Nußbaumer reiste nach ihrem Volksschullehramt-Studium und zwei Jahren bei der Caritas ein halbes Jahr lang durch Mittelamerika. Im November 2025 brach sie von Wien auf – zurück blieb sie mit neuen Freundschaften und einem anderen Blick auf die Welt.

Anna Nußbaumer hatte vor dem Abflug Bilder im Kopf: Tacos, Dschungel, Vulkane und Traumstrände. Nach einem halben Jahr erinnert sie sich zwar auch daran – stärker aber an Gespräche auf der Straße, politische Diskussionen und Begegnungen mit Menschen aus aller Welt, die die Welt unterschiedlich wahrnehmen.

Von Maya-Ruinen bis zur Ziegenfarm

Den Anfang machte Mexiko, das sie mit Maya-Ruinen, regionaler Küche und Natur begeisterte. Per „Chickenbus“ führte die Route über Belize nach Guatemala, wo sie einen Spanisch-Sprachkurs absolvierte. Sie lebte bei Maria, Jose und Felix, einer guatemaltekischen Familie, die ihr Einblick in ihren Alltag gab.

Vertieft wurde diese Erfahrung durch eine mehrtägige Wanderung im Hochland von Xela nach San Pedro, organisiert von einer lokalen Non-Profit-Organisation. Lokale Guides erzählten von der Geschichte des Landes, den Auswirkungen des Bürgerkriegs, sozialen Ungleichheiten und der Lebensrealität indigener Gemeinschaften. Nur einen kleinen Ausschnitt einer komplexen gesellschaftlichen Wirklichkeit konnte sie erfassen, wie sie sagt – für jeden Einblick sei sie aber dankbar.

Einen langen Teil verbrachte sie in El Salvador, wo sie auf einer kleinen Ziegenfarm arbeitete, die auch als Hostel betrieben wird. Das Land wird international häufig wegen der Sicherheitslage und Kriminalität wahrgenommen. Vor Ort erlebte sie, wie sehr Geschichte, soziale Ungleichheit und politische Entwicklungen den Alltag vieler Menschen beeinflussen – ohne dass sich das in einfachen Erzählungen zusammenfassen lasse.

Per Anhalter und mit viel Dankbarkeit

Per Anhalter ging es durch Nicaragua und Costa Rica. Gerade diese Art des Reisens ermöglichte Begegnungen, die sie auf andere Weise vermutlich nie erlebt hätte. Viele Menschen erzählten von ihrem Alltag, ihrer Arbeit und ihrer Sicht auf ihr Land. Auch Tipps für das beste Streetfood bekam sie.

Während der Reise dachte sie immer wieder darüber nach, wie selbstverständlich vieles für sie in Europa ist. Die Möglichkeit, einfach den Rucksack zu packen und sechs Monate durch verschiedene Länder zu reisen – und jederzeit nach Hause zurückkehren zu können – sei schon selbst ein unglaubliches Privileg.

Was jetzt bleibt: unvergessliche Momente, wunderschöne Orte, neu geknüpfte Freundschaften und viel Dankbarkeit für das Erlebte.

Wanderinnen mit Stöcken und Rucksäcken unter Baum und Maisfeld
© Anna Nußbaumer

Quelle: https://www.langenegg.at/2026/11/04/young-spirit-anna-berichtet-von-ihrer-reise

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