Seibersdorf erhält neues Labor für Radiopharmaka

Mathias FischerMathias Fischer
© Mikhail Nilov / Pexels (Symbolbild)

In Seibersdorf ist ein neues Labor- und Produktionsgebäude für Radiopharmaka entstanden. Die Investition beträgt 17 Millionen Euro, der Produktionsbetrieb soll 2028 starten, so der ORF.

Am Tech Campus Seibersdorf wurde in den vergangenen zwei Jahren ein neues Labor- und Produktionsgebäude errichtet. Das teilte das Unternehmen Seibersdorf Laboratories in einer Aussendung mit. Die bestehende Produktion soll schrittweise in das neue und größere Gebäude verlegt werden. Der operative Betrieb ist ab 2028 geplant.

Radiopharmaka sind Arzneimittel, die radioaktive Bestandteile enthalten. Sie werden bei bildgebenden Untersuchungen eingesetzt, um beispielsweise Stoffwechselvorgänge darzustellen. Darüber hinaus gibt es Wirkstoffe, die sich gezielt an Tumorgewebe binden und dadurch in der Krebstherapie zum Einsatz kommen können.

Gezieltere Behandlung als bei herkömmlicher Strahlentherapie

Kerstin Rumpelmayr von Seibersdorf Laboratories erklärte, dass Ärztinnen und Ärzte mit diesen Medikamenten Diagnosen von Alzheimer oder Krebs durchführen könnten. Bei Krebstherapien könnten betroffene Regionen gezielter behandelt werden als bei einer herkömmlichen Strahlentherapie.

Das Unternehmen entwickelt nach eigenen Angaben Herstellungsprozesse und Analysemethoden für radiopharmazeutische Wirkstoffe. Seibersdorf Laboratories arbeitet dabei als Entwicklungs- und Produktionsdienstleister für Kliniken sowie Pharma- und Biotechnologieunternehmen.

Produktion für klinische Studien und internationalen Markt

Derzeit werden in Seibersdorf unter anderem Radiopharmaka für klinische Studien hergestellt, hieß es in der Aussendung. Für eine breite Herstellung von Therapeutika sei jeweils eine Zulassung der zuständigen Gesundheitsbehörden erforderlich.

Ein Anwendungsgebiet sind Prostatakarzinome. Radiopharmazeutika können laut Unternehmen sowohl bei der Diagnose als auch bei einer gezielten Behandlung von Tumorerkrankungen verwendet werden. Die neue Infrastruktur ist auf eine Ausweitung der Produktion für den internationalen Markt ausgerichtet.

Geschäftsführer Markus Neumann erklärte, das neue Labor sei entscheidend, um die Kapazitäten zu erweitern, die weltweit steigende Nachfrage zu bedienen und die Versorgung von Patientinnen und Patienten auf höchstem Niveau zu sichern.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3377853/

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