Selbstständigkeit wird nach Berufsjahren attraktiv

Mona HopfingerMona Hopfinger
Karriereweg: Uni-Abschluss, Zeit, Baum, Buch, Glühbirne, Zahnrad, Gebäude
© Mit KI (Gemini) generiert

Direkt nach dem Studium zieht es nur wenige Absolventinnen und Absolventen in die Selbstständigkeit. Eine Studie der Uni Graz zeigt: Erst mit wachsender Berufserfahrung steigt die Bereitschaft zur Firmengründung deutlich an.

Die meisten Hochschulabsolventinnen und -absolventen haben nach ihrem Studienabschluss konkrete Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft. Der Weg in die Selbstständigkeit erscheint ihnen zu diesem Zeitpunkt jedoch noch zu früh. Das zeigt eine Erhebung der Universität Graz im Rahmen des Global University Entrepreneurial Spirit Students' Survey (GUESSS).

Laut der Studie wissen sieben von zehn Absolventinnen und Absolventen bereits beim Abschluss, welche Karriererichtung sie einschlagen wollen. Die überwiegende Mehrheit möchte zunächst praktische Erfahrungen sammeln, Kontakte aufbauen und die eigene Branche kennenlernen, bevor sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagt.

Gründungsbereitschaft steigt mit den Jahren

Mit zunehmender Berufserfahrung ändert sich die Einstellung zur Firmengründung deutlich. Fünf Jahre nach dem Abschluss fühlen sich bereits 21,6 Prozent der rund 2000 Befragten bereit, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Wer während des Studiums Kurse zur Unternehmensgründung besucht hat, zeigt sich noch entschlossener: Hier steigt der Wert auf 29 Prozent.

Die Erhebung basiert auf einer internationalen Befragung in 66 Ländern mit mehr als 196.000 vollständigen Antworten. Sie untersucht, wie Studierende über Selbstständigkeit und Unternehmensgründung denken.

Geisteswissenschaften gleichauf mit MINT-Fächern

Die Studie widerlegt die verbreitete Annahme, dass Firmengründungen vor allem für Absolventinnen und Absolventen technischer oder naturwissenschaftlicher Fächer interessant sind. 23 Prozent der Absolventinnen und Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer planen den Schritt in die Selbstständigkeit – ebenso viele wie in MINT-Studienrichtungen.

„Die GUESSS-Ergebnisse zeigen deutlich, dass Universitäten weit mehr leisten, als Studierende auf den unmittelbaren Berufseinstieg vorzubereiten“, sagt Julia Taferner, Co-Autorin der Studie an der Universität Graz. Unternehmerisches Know-how sei nicht nur für jene relevant, die direkt nach dem Studium gründen möchten, sondern stärke Kompetenzen, die in nahezu allen beruflichen Kontexten wertvoll seien.

Unterstützung für Gründungsinteressierte

Das Zentrum für Entrepreneurship der Uni Graz bietet neben dem Gründungsstipendium und Office Hours das Wahlfachprogramm „TIMEGATE“ an. Studierende aller Fächer erlernen dort wirtschaftliches Basiswissen verbunden mit Beispielen aus der Praxis. Für das Wintersemester gibt es noch Restplätze. Das Gründungszentrum UniCorn unterstützt bei der Umsetzung von Start-up-Ideen.

Quelle: https://www.uni-graz.at/de/neuigkeiten/absolventinnen-studie-lust-zur-firmengruendung-waechst-mit-berufserfahrung

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