Settele besucht Bauern: Wie dramatisch ist die Lage?

Mona HopfingerMona Hopfinger
Landwirtschaftliche Direktvermarktung mit Ernteausfall, Verlusten und Fragezeichen bei Subventionen 2025
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Hitzesommer 2026 setzt der heimischen Landwirtschaft massiv zu. Hanno Settele besucht für eine ORF-Dokumentation fünf Betriebe in ganz Österreich und geht der Frage nach, ob die Förderungen dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

Ernteausfälle, Futtermangel und Notverkäufe von Tieren prägen heuer die heimische Landwirtschaft. Der extreme Sommer hat die Betriebe hart getroffen, ein Hilfspaket wurde bereits auf den Weg gebracht. Doch die finanziellen Unterstützungen stoßen zunehmend auf Unverständnis in der Bevölkerung. Allein im Jahr 2025 flossen mehr als 2,8 Milliarden Euro von EU, Bund und Ländern als Agrarförderung an die österreichische Landwirtschaft.

In der Dokumentation „Dok 1: Bauer sucht Geld“ besucht Hanno Settele fünf unterschiedliche landwirtschaftliche Betriebe quer durch Österreich. Die Sendung ist am Mittwoch, 7. Oktober 2026, um 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON zu sehen. Settele fragt nach, wie ernst die Situation tatsächlich ist, mit welchen Verlusten die Landwirte rechnen müssen und ob die Fördergelder dort ankommen, wo sie wirklich benötigt werden.

Bergbäuerin kämpft mit Futtermangel

Katharina Mair bewirtschaftet mit ihrem Mann und vier Kindern einen Hof im Pinzgau sowie eine Alm. Ihr Mann arbeitet zusätzlich als Holzknecht. Förderungen und Erschwerniszulagen sichern das Einkommen der Familie. Nach dem extremen Sommer mangelt es vor allem an Grünfutter. Die Frage von Settele, ob sie künftig Oliven auf ihren steilen Wiesen anbauen werde, quittiert sie mit einem Lachen.

Schafbauer will aus Fördersystem aussteigen

Der Kärntner Schafbauer Thomas Koch bezeichnet sich selbst als Rebell im Förderdschungel. Am liebsten würde er komplett aus dem Fördersystem aussteigen, doch das ist erst möglich, wenn die Investitionen für den neuen Stall zurückgezahlt sind. Gemeinsam mit seiner Frau und dem Sohn hat er sich auf die Direktvermarktung ihrer Schafe spezialisiert. So können sie einen höheren Preis für ihre Produkte erzielen.

Gutsherr beklagt strengere Auflagen

Auf Gut Harrach in Niederösterreich hilft Settele bei der Maisernte – oder dem, was heuer noch zu ernten ist. Auch die Zuckerrüben befinden sich in einem schlechten Zustand. Gutsherr Ernst Harrach spricht an, was viele Landwirte belastet: Sie produzieren unter immer strengeren Auflagen. Tierwohl, Reduktion der Pestizide und faire Löhne für die Mitarbeiter konkurrieren mit sinkenden Preisen auf dem Weltmarkt.

Biobäuerin sieht Bio als Lösung

Auch Barbara Riegler im Mühlviertel hat der Hitzesommer hart erwischt. Das fehlende Futter für ihre Kühe, Schweine und Hühner muss sie teuer zukaufen, einige Tiere hat sie bereits verkauft. Durch die vielen Notverkäufe sackte der Fleischpreis weit nach unten. Dennoch blickt die Obfrau von Bio-Austria zuversichtlich nach vorn: Die Bauern müssten sich anpassen, und Bio sei für sie die Lösung.

Gemüsebauer fordert mehr Eigenverantwortung

Simon Vetter aus Lustenau nimmt die Bauern als Unternehmer in die Pflicht. Er verlangt klare Zahlen, eine ehrliche Buchhaltung und mehr Eigenverantwortung der Landwirte. Der heurige Sommer müsse für alle ein Weckruf sein. In der Digitalisierung erkennt er die Chance auf neue Vermarktungsstrategien und fordert eine offene Debatte über die Zukunft der Landwirtschaft.

Experten diskutieren Zukunft der Agrarförderung

Unterstützt wird Settele vom Agrarökonomen Franz Sinabell und dem Sektionschef im Landwirtschaftsministerium Johannes Fankhauser. Mit kritischen Stimmen wie Gerhard Hofer, stellvertretender Chefredakteur der „Presse“, und dem Schweizer Agrarexperten Urs Niggli diskutiert er die Zukunftsaussichten der österreichischen Landwirtschaft. Droht Österreichs Agrarsystem der Kollaps – finanziell wie ökologisch? Ist die Agrarförderung in ihrer jetzigen Form auf Dauer tragbar, oder müssen Bäuerinnen und Bauern künftig radikal umdenken?

Quelle: OTS

Worüber spricht Salzburg morgen?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.