Shamal Amin mit 62 Jahren in Wien verstorben

Der Mitbegründer des Lalish Theaterlabors, Shamal Amin, ist am Mittwoch im Alter von 62 Jahren gestorben. Die Brunnenpassage bestätigte den Tod des aus Kurdistan stammenden Theaterschaffenden im Namen der Familie.
Der Theatermacher Shamal Amin ist am Mittwoch in Wien verstorben. Der 62-Jährige hatte gemeinsam mit seiner Frau das Lalish Theaterlabor gegründet, das 2022 mit dem Österreichischen Kunstpreis in der Kategorie Kulturinitiativen ausgezeichnet wurde. Die Brunnenpassage gab den Tod im Auftrag der Familie gegenüber der APA bekannt.
Amin kam am 15. März 1964 in Soleymania in Südkurdistan (Irak) zur Welt. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Nigar Hasib absolvierte er ein Studium an der Theaterakademie in Bagdad. 1991 verließ das Paar aus politischen Motiven den Irak und zog nach Wien.
Studium und wissenschaftliche Arbeit in Wien
In der österreichischen Hauptstadt widmete sich Amin dem Studium der Theaterwissenschaft sowie der Sozial- und Kulturanthropologie. An der Universität Wien verfasste er seine Diplomarbeit mit dem Titel „Der performative Kreis“.
Gründung des Lalish Theaterlabors
1998 rief das Ehepaar das Lalish Theaterlabor ins Leben. Der Name leitet sich vom alten kurdischen Begriff Lalish ab, der Licht und Leben symbolisiert. Die Einrichtung versteht sich als experimentelles Zentrum für Ritualforschung und interkulturelle Performance.
In der Begründung zur Verleihung des Kunstpreises wurde die Institution als „in dieser Form in Österreich einzigartig“ bezeichnet. Künstlerinnen und Künstler mit unterschiedlichen biografischen Hintergründen würden dort durch Vielfalt geprägte Lebensrealitäten reflektieren – sowohl bei den Besucherinnen und Besuchern als auch bei den Mitwirkenden selbst.
Würdigung als Brückenbauer
Im Nachruf auf Shamal Amin heißt es, die Theaterwelt verliere einen unermüdlichen Forscher, mutigen Pionier und Brückenbauer zwischen den Kulturen. Sein künstlerisches Erbe und seine wegweisenden Impulse würden weit über die Grenzen Wiens hinaus nachwirken.
Quelle: APA
Worüber spricht Wien morgen?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.