Sieben Betriebe am Arlberg treten Klimabündnis bei

Mona HopfingerMona Hopfinger
Klimabündnis Tirol: Geehrte Personen halten Urkunden und Auszeichnungen in Tirol.
© oberoesterreich.klimabuendnis.at

In der KLAR! Region Arlberg Stanzertal haben sich sechs Tourismusbetriebe und ein Pflegeheim dem Klimabündnis-Netzwerk angeschlossen. Die Unternehmen bekennen sich damit zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Entwicklung.

Sechs Tourismusbetriebe und das Wohn- und Pflegeheim Oberes Stanzertal sind dem Klimabündnis-Netzwerk beigetreten. Mit diesem Schritt verpflichten sich die Unternehmen zu einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Entwicklung der Region. In den vergangenen Monaten haben sich die Betriebe intensiv mit ihren Klimawirkungen beschäftigt und konkrete Fahrpläne für mehr Nachhaltigkeit entwickelt.

Ermöglicht wurde der Beitritt durch die Unterstützung des Tourismusverbands St. Anton am Arlberg. Gemeinsam mit Klimabündnis Tirol erarbeiteten die Unternehmen individuelle Klimafahrpläne und legten Maßnahmen in den Bereichen Energie, Mobilität, Beschaffung und Ressourcenschonung fest.

„Klimaschutz gelingt dann besonders gut, wenn er vor Ort gelebt wird. Die ausgezeichneten Betriebe zeigen eindrucksvoll, wie Verantwortung für Klima, Umwelt und kommende Generationen in der Praxis übernommen werden kann“, betont Klimaschutzlandesrat und Klimabündnis-Tirol-Obmann René Zumtobel.

Gerhard Eichhorn, stellvertretender Geschäftsführer des Tourismusverbandes St. Anton am Arlberg, sagt: „Nachhaltigkeit ist längst ein entscheidender Faktor für die Zukunft des Tourismus. Mit ihrem Engagement übernehmen die Betriebe Verantwortung für die Region und stärken gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit.“

Gebäudesimulation zeigt Maßnahmen gegen Überhitzung

Bei der Aufnahmefeier zeigte die Energieagentur Tirol die Ergebnisse einer dynamischen Gebäudesimulation für das Wohn- und Pflegeheim Oberes Stanzertal. Die Untersuchung gehörte zum EU-Projekt MountResilience. Sie prüfte, wie sich höhere Temperaturen auf das Gebäude auswirken. Man wollte Maßnahmen gegen Überhitzung im Sommer finden.
Die Ergebnisse zeigen: Schon einfache passive Maßnahmen verbessern das Wohlbefinden an heißen Tagen deutlich. Besonders gut wirken zwei Dinge. Die vorhandenen Verschattungssysteme sollen sich automatisch steuern. Außerdem soll die niedrigste Zulufttemperatur der bestehenden Lüftungsanlage sinken. Kombiniert man beides, wird es im Gebäude deutlich weniger heiß.

LHStv. Josef Geisler, Energiereferent des Landes Tirol, erklärt: „Das Wohn- und Pflegeheim Oberes Stanzertal zeigt eindrucksvoll, dass die Energieeffizienz bereits mit gezielten Maßnahmen an bestehenden Systemen gesteigert und die Belastung durch sommerliche Hitze deutlich reduziert werden kann. Solche Projekte liefern wertvolle Erkenntnisse für weitere Gemeinden und Betriebe in ganz Tirol.“

Auch die aktive Kühlung mit der vorhandenen Lüftungsanlage wurde geprüft. Zusammen mit den passiven Maßnahmen kann sie viel dazu beitragen, dass sich das Wohn- und Pflegeheim an das künftige Klima anpasst. Für draußen zeigt die Analyse außerdem: Mehr Bäume kühlen den Innenhof zusätzlich ab. Dadurch halten sich Bewohnerinnen, Bewohner und Mitarbeitende dort lieber auf.

Der Flirscher Bürgermeister Roland Wechner sagt: „Die Untersuchung macht sichtbar, welche klimabedingten Herausforderungen künftig auf unsere Gemeinde zukommen können. Gleichzeitig erhalten wir konkrete und umsetzbare Handlungsempfehlungen.“

Netzwerk wächst auf 240 Betriebe in Tirol

Die Auszeichnung bedeutet für die KLAR! Arlberg Stanzertal einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einer klimaresilienten Regionalentwicklung. Dank des Schulterschlusses von Gemeinden, Tourismus und Betrieben lassen sich Klimaschutz und Klimawandelanpassung gemeinsam vorantreiben.

KLAR!-Managerin Michaela Gasser-Mark sagt: „Klimawandelanpassung entsteht nicht auf dem Papier, sondern durch kontinuierliche Verbesserung und gute Zusammenarbeit. Als KLAR! bringen wir die richtigen Menschen zusammen – und mit Partnern wie Klimabündnis und Energieagentur holen wir genau jene Expertise in die Region, die es braucht, um aus Ideen konkrete Maßnahmen zu machen.“

Sieben Betriebe wurden neu aufgenommen. Damit hat das Netzwerk der Klimabündnis-Betriebe in Tirol jetzt insgesamt 240 Mitglieder. Das Wohn- und Pflegeheim Oberes Stanzertal hat 35 Bewohnerinnen und Bewohner. Es ist die erste Pflegeeinrichtung im Klimabündnis-Netzwerk.

Die neuen Klimabündnis-Betriebe:

  • Wohn- und Pflegeheim Oberes Stanzertal (Flirsch)

  • Afoch fei – das Landhaus (St. Anton)

  • Alberhof (St. Anton)

  • Haus Pepi Eiter (St. Anton)

  • Lärchenhof (St. Anton)

  • Lux Alpinae (St. Anton)

  • Pension Bären (St. Anton)

In ganz Österreich machen etwa 1.900 Betriebe bei der Klimabündnis-Idee mit. Mehr als 240 davon sind in Tirol. Eine weltweite Partnerschaft verbindet Gemeinden, Betriebe und Schulen vor Ort mit Organisationen im Amazonas-Gebiet in Brasilien. Gemeinsam wollen sie den Regenwald erhalten und die Rechte indigener Menschen schützen.

Quelle: https://oberoesterreich.klimabuendnis.at/sieben-betriebe-in-der-klar-region-arlberg-stanzertal-setzen-starkes-zeichen-fuer-klimaanpassung

Worüber spricht Linz morgen?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.