Sieben SPORTUNION-Funktionäre mit Ehrenamtspreis geehrt

Mathias FischerMathias Fischer
Gruppe von Personen mit Urkunden vor dem Palais Coburg in Wien
© sportunion.at

Das Sportministerium hat am 26. September sieben Persönlichkeiten aus SPORTUNION-Vereinen mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Die Ehrung fand im Rahmen des „Tag des Sports“ auf der Hauptbühne am Heldenplatz statt.

Bereits zum vierten Mal vergab das Sportministerium den Ehrenamtspreis an besonders engagierte Sportfunktionärinnen und Sportfunktionäre. Sieben der Ausgezeichneten stammen aus Vereinen der SPORTUNION – ihre Leistungen reichen von Integrationsarbeit im Klettersport über nachhaltige Vereinsentwicklung bis zu erfolgreicher Nachwuchsförderung.

Sportstaatssekretärin Michaela Schmidt betonte bei der Verleihung: „Das ehrenamtliche Engagement ist die tragende Säule im österreichischen Sport. Die Würdigung der Arbeit der Freiwilligen ist mir ein besonderes Anliegen.“

Preisgelder für Vereine und Vereinsfeste

Der Ehrenamtspreis ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert und wird in sieben Kategorien vergeben. Die Auszeichnung würdigt Persönlichkeiten, die zur positiven Weiterentwicklung des Sports und des Vereinslebens beigetragen haben.

Der erste Platz ist mit jeweils 2.500 Euro dotiert, der zweite mit 1.500 Euro und der dritte mit 1.000 Euro. Zusätzlich wird eine Persönlichkeit für ihr Lebenswerk mit 2.500 Euro geehrt. Die Preisgelder gehen an die Vereine, in denen die Gewinnerinnen und Gewinner tätig sind oder waren. Für die erstplatzierten Vereine werden zusätzlich jeweils 2.500 Euro für ein Vereinsfest zu Ehren der ausgezeichneten Persönlichkeit bereitgestellt.

Integration durch Klettersport

Pia Glasebach aus Innsbruck erhielt den ersten Preis in der Kategorie Integration. Die Sportwissenschaftlerin gründete den Verein „Klettern verbindet – Klettern mit Menschen mit Fluchterfahrung“, nachdem sie festgestellt hatte, dass Menschen mit Fluchterfahrung in und um Innsbruck kaum Zugang zum Klettersport hatten.

Glasebach entwickelte ein niederschwelliges Angebot – von der Suche nach Unterstützerinnen und Unterstützern über die Akquise von Fördergeldern bis zur Organisation der ersten Klettertermine. Mittlerweile finden alle zwei Wochen Kletter-Einheiten mit festem Teilnehmerkreis statt, ergänzt durch soziale Events abseits der Kletterwand.

Junge Funktionäre mit großer Verantwortung

Paul Plott vom Judoteam Shiai-Do Union Thermenregion wurde als Jungfunktionär ausgezeichnet. Obwohl er selbst noch mitten im Studium und in der eigenen Trainerausbildung steht, übernimmt er bereits vielfältige Verantwortung für die Nachwuchsarbeit. 2024 und 2026 schloss er die Ausbildungen zum Übungsleiter und Instruktor ab und leitet seither eigenständig Trainings für Kinder und Jugendliche. Heuer wurde er Vize-Landesmeister.

Ebenfalls in der Kategorie Jungfunktionärin siegte Melissa Dintl vom SU Beachvolleyballverein Brunn an der Wild. Sie übernahm bereits mit 18 Jahren Verantwortung und entwickelte ein kleines Vereinsfest zu einem zweitägigen Volleyballturnier weiter. Zudem gründete sie eine Damenmannschaft für die 1. Klasse und gewann erfolgreich Sponsoren für den Spielbetrieb.

Felix Eberhard von den Bowling Bulls Klagenfurt erhielt den dritten Preis als Jungfunktionär. Seit 2016 ist er Mitglied des Vereins, seit 2019 unterstützte er bereits mit 16 Jahren den langjährigen Obmann bei den sportlichen Agenden. Nach dessen plötzlichem Tod übernahm Eberhard 2025 die Funktion des Obmanns und verantwortet seither die strategische und organisatorische Weiterentwicklung des Vereins.

Nachhaltigkeit durch Photovoltaik und LED-Technik

Dominik Tillich, Obmann des USC Kirchberg/Altenwörth, erhielt den zweiten Preis in der Kategorie Nachhaltigkeit. Unter seiner Initiative wurde eine 20-kWp-Photovoltaikanlage mit 25-kWh-Stromspeicher umgesetzt. Der Verein kann damit einen großen Teil des erzeugten Stroms direkt vor Ort nutzen – etwa für Wärmepumpe, Flutlicht und Bewässerung. Finanziert wurde das Projekt über ein Bürgerbeteiligungsmodell, bei dem jeder Bürger die Investition durch die gesenkten Stromkosten inklusive Zinsen zurückbezahlt bekommt.

Jürgen Gumhold vom SPORTUNION Tennisclub Jennersdorf wurde mit dem dritten Preis für Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Unter seiner Federführung wurde die Tennisanlage umfassend modernisiert: Fünf Sandplätze wurden auf RedCourt-Plätze umgestellt, die Flutlichtanlage auf LED-Technik umgerüstet – der Stromverbrauch wurde damit um rund 70 Prozent reduziert – und das Vereinsheim barrierefrei gestaltet. Im Zuge der Sanierung wurde zudem eine moderne, energieeffiziente Beleuchtung im gesamten Gebäude installiert.

Erste Obfrau stabilisiert Verein

Claudia Ebert vom SV LUV Graz Wetzelsdorf erhielt den dritten Preis in der Kategorie Gleichstellung. Sie kam 2018 über ihren Sohn zum Verein, zunächst als Elternsprecherin, später als stellvertretende Schriftführerin im Vorstand. Am 10. Juni 2022 wurde sie zur ersten Obfrau des Vereins gewählt – zu einem Zeitpunkt, als dessen Fortbestand ungewiss war. Mit großem Engagement gelang es ihr, den Verein organisatorisch und wirtschaftlich zu stabilisieren und ihm eine sichere, positive Perspektive zu geben.

Quelle: https://sportunion.at/noe/news/2026/09/29/ehrenamtspreis-sieben-sportunion-funktionaerinnen-wurden-ausgezeichnet

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