Sissy Max-Theurer wird 70: Vom Olympiasieg zur Funktionärin

Mona HopfingerMona Hopfinger
Dressurreiterin Elisabeth Theurer auf ihrem Pferd Mon Cherie in München 1972
© @cdi.schloss.achleiten

Elisabeth „Sissy“ Max-Theurer feiert ihren 70. Geburtstag. Die Olympiasiegerin von Moskau 1980 prägt den österreichischen Pferdesport bis heute – als ÖOC-Vizepräsidentin, internationale Richterin und Züchterin.

Am 20. September vollendet Elisabeth „Sissy“ Max-Theurer ihr 70. Lebensjahr. Die Olympiasiegerin von 1980 zählt zu den prägendsten Persönlichkeiten des österreichischen Sports. Ihr Triumph in Moskau machte sie zur Legende – doch ihre Karriere umfasst weit mehr als diese eine Goldmedaille.

Europameisterin und Olympiasiegerin mit 24

In Aarhus 1979 sorgte die damals 23-Jährige für eine Sensation: Mit dem Schimmel Mon Cherie holte sie überraschend den Europameistertitel in der Dressur. Ein Jahr später folgte in Moskau die olympische Krönung. Innerhalb weniger Monate hatte Elisabeth Theurer die internationale Dressurwelt auf den Kopf gestellt.

Ihre aktive Laufbahn endete damit nicht. Sie startete noch bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles und 1992 in Barcelona, wo sie Achte wurde. Insgesamt gewann sie sechs österreichische Staatsmeistertitel. Über vier Jahrzehnte später ist Olympia in ihrem Leben noch immer präsent. „Wenn man dieses Virus trägt, das wird man auch nicht los“, erklärt sie.

ÖOC-Vizepräsidentin seit 2010

Seit 2005 gehört Max-Theurer dem Vorstand des Österreichischen Olympischen Comités an, seit 2010 ist sie Vizepräsidentin. Die ehemalige Athletin brachte ihre Erfahrung aus dem Spitzensport in die olympische Bewegung ein.

ÖOC-Präsident Horst Nussbaumer würdigt in einer Festschrift zum 70. Geburtstag ihren Beitrag: Sie habe in schwierigen Zeiten Verantwortung übernommen und entscheidend zur Neuausrichtung des ÖOC beigetragen. Dass er 2025 eine hervorragend organisierte und wirtschaftlich stabile Organisation übernehmen konnte, sei auch ihr Verdienst.

Sein Vorgänger Karl Stoss, der von 2009 bis 2025 ÖOC-Präsident war, schreibt über ihre Verlässlichkeit, ihre konstruktiv-kritische Art und ihren konsequenten Blick nach vorne. Er hätte sich keine bessere Vizepräsidentin wünschen können.

24 Jahre an der Spitze des Pferdesportverbands

Von 2002 bis 2026 führte Max-Theurer den Österreichischen Pferdesportverband – insgesamt 24 Jahre. Dazu zählen internationale Aufgaben in FEI und European Equestrian Federation, ihr Wirken als FEI-5*-Richterin sowie ihr Engagement als Züchterin und Veranstalterin internationaler Dressurturniere auf Schloss Achleiten und im Gestüt Vorwerk. „Die Faszination des Pferdesports liegt in der Partnerschaft zu einem Lebewesen, für das wir in hohem Maße Verantwortung tragen", so Max-Theurer – moderne Entwicklung und klassische Ausbildung seien kein Widerspruch, doch dürften die Pferde nicht den Preis dafür zahlen. FEI-Präsident Ingmar De Vos: Als Olympiasiegerin, Richterin, Züchterin und Funktionärin habe Sissy den internationalen Pferdesport über Jahrzehnte mitgeprägt.

Familie und kein Ruhestand in Sicht

Auf Schloss Achleiten denkt Elisabeth Max-Theurer nicht an Ruhestand: Pferde, Hunde, Familie, Zucht, Sport und viele Aufgaben prägen ihren Alltag. Tochter Victoria führt die olympische Familientradition mit sechs Teilnahmen fort, Sohn Johannes ist eng mit Unternehmen und Pferden verbunden, dazu kommen zwei Enkelkinder. Aus der jungen Reiterin, die mit Mon Cherie Sportgeschichte schrieb, wurde eine der einflussreichsten Personen des österreichischen und europäischen Pferdesports – neugierig auf das nächste Pferd, die nächste Aufgabe, die nächste Idee.

Quelle: http://www.pferdesport-ooe.at/de/aktuelles/70-Jahre-Sissy-Max-Theurer_Mehr-als-Gold

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