Skatehalle in Wels eröffnet – Grüne kritisieren Konzept

In Wels wurde am 18. September eine neue Skatehalle neben dem Eislaufplatz in Betrieb genommen. Die Grünen bemängeln, dass die Chance verpasst wurde, Sport und offene Jugendarbeit zu verbinden.
Neben dem Eislaufplatz in Wels ist am Freitag, 18. September, eine neue Skatehalle eröffnet worden. Während die Grünen das zusätzliche Freizeitangebot grundsätzlich begrüßen, kritisieren sie, dass eine wichtige Gelegenheit für die Jugendpolitik der Stadt nicht genutzt worden sei.
Rund um die Eislaufhalle sind mittlerweile ein Motorikpark, ein Pumptrack und die neue Skatehalle entstanden. Ein übergreifendes Konzept, das diese Einrichtungen mit offener Jugendarbeit verknüpft, existiere jedoch nicht, so die Kritik.
Vorschlag für Jugendzentrum abgelehnt
Alessandro Schatzmann, Jugendsprecher der Grünen Wels, hatte bereits zu Beginn der Planungsphase im zuständigen Ausschuss vorgeschlagen, die Halle zweigeschossig zu errichten und im Obergeschoss Raum für ein Jugendzentrum zu schaffen. „Die Skatehalle ist eine gute Sache. Aber wir hätten die Chance gehabt, hier Sport und offene Jugendarbeit miteinander zu verbinden“, erklärte Schatzmann.
Die Idee sei im Ausschuss abgelehnt worden. „Vize-Bürgermeister Kroiß hat die Idee grundsätzlich abgelehnt, von den anderen Fraktionen kam dazu keine Wortmeldung. Damit wurde eine konkrete Möglichkeit vergeben, die seit Jahren bestehende Lücke bei der offenen Jugendarbeit in der Innenstadt und Lichtenegg zu schließen“, so Schatzmann.
Seit das D22 im Schl8hof und der Jugendtreff am Rosenhaag geschlossen wurden, fehle es in diesen Stadtteilen an niederschwelligen Angeboten für Jugendliche.
Kritik an öffentlicher Anbindung
Auch die Erreichbarkeit der neuen Skatehalle sieht Schatzmann problematisch. Die Linie 16 fahre unter der Woche nur einmal pro Stunde direkt zur Eislaufhalle, an Sonn- und Feiertagen gebe es keine direkte Verbindung.
„Gerade Kinder und Jugendliche haben kein eigenes Auto. Wenn wir Freizeiteinrichtungen für sie bauen, müssen wir auch mitdenken, wie sie dorthin kommen. Es kann nicht sein, dass Jugendliche aus Puchberg, Pernau oder Neustadt für Freizeitangebote erst lange mit Bus und Wartezeiten durch die Stadt fahren müssen“, kritisierte der Jugendsprecher.
Forderung nach ganzheitlicher Jugendpolitik
Für die Grünen zeige sich daran ein grundsätzliches Problem der Stadtplanung: Freizeitangebote für junge Menschen dürften nicht auf einzelne Stadtteile konzentriert werden.
„Es ist gut, dass sich im Kinder- und Jugendbereich etwas tut. Einzelne Projekte reichen aber nicht. Wir brauchen eine Stadt, die Jugendpolitik ganzheitlich denkt: mit offenen Jugendzentren, guten Freizeitangeboten in allen Stadtteilen und einem Öffi-Netz, das junge Menschen auch tatsächlich dorthin bringt. Junge Menschen müssen von Anfang an Teil der Stadtplanung sein – nicht erst, wenn die Projekte längst beschlossen sind“, so Schatzmann abschließend.
Quelle: https://ooe.gruene.at/news/neue-skatehalle-grune-sehen-vertane-chance
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