Sommerferien: Warnung vor Genitalverstümmelung

Ein Ausschuss in Bad Hofgastein warnt vor den Risiken weiblicher Genitalverstümmelung während der Sommerferien. Für manche Mädchen kann ein Auslandsaufenthalt bei Verwandten mit dieser Gefahr verbunden sein.
Der Sozial-, Wohnungs-, Jugend- und Integrationsausschuss der Marktgemeinde Bad Hofgastein hat sich mit dem Thema weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C) befasst. Vor den Sommerferien will der Ausschuss über diese Problematik informieren und zur Aufklärung beitragen.
Während viele Familien die Ferienzeit für Reisen und Verwandtenbesuche nutzen, kann für manche Mädchen ein Aufenthalt im Ausland ein besonderes Risiko darstellen. Die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung bezeichnet die teilweise oder vollständige Entfernung oder Verletzung der äußeren weiblichen Genitalien aus nichtmedizinischen Gründen.
Diese Praxis stellt eine schwere Menschenrechtsverletzung dar. Die Folgen können lebenslang andauern und umfassen starke Schmerzen, Infektionen, Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt sowie traumatische Belastungen. In Österreich ist weibliche Genitalverstümmelung strafbar – auch wenn der Eingriff im Ausland durchgeführt wird.
Erhöhtes Risiko während der Ferien
Europaweit gilt die Ferienzeit als Zeitraum mit erhöhtem Risiko, da Reisen in Herkunftsländer oder zu Verwandten stattfinden können. Aufmerksamkeit und frühzeitige Aufklärung können dazu beitragen, Mädchen wirksam zu schützen.
Beratung und Hilfe in Salzburg
In Salzburg steht das FrauenGesundheitsZentrum Salzburg als österreichische FGM/C-Koordinationsstelle für Beratung, Information und Unterstützung zur Verfügung. Betroffene, Angehörige sowie Fachkräfte können sich dort vertraulich beraten lassen.
Zusätzlich bietet der Frauennotruf Salzburg Beratung und Unterstützung für Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen oder bedroht sind.
Besteht der Verdacht, dass ein Mädchen unmittelbar gefährdet ist, sollten umgehend die Kinder- und Jugendhilfe oder die Polizei verständigt werden. Bei akuter Gefahr kann der Polizeinotruf 133 gewählt werden.
Der Ausschuss möchte mit dieser Information dazu beitragen, das Bewusstsein für dieses Thema zu stärken. Aufklärung, Aufmerksamkeit und ein frühzeitiges Hinsehen können helfen, Mädchen vor schwerwiegender Gewalt zu schützen.
Weiterführende Informationen finden sich unter www.frauengesundheitszentrum-salzburg.at/fgm-c.
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