Sonderschul-Neubau in Perg sorgt für Kritik

In Perg entsteht soll ein neues Sonderschulgebäude entstehen– trotz UN-Behindertenrechtskonvention. Behindertenaktivist:innen und Eltern kritisieren das Projekt als Rückschritt bei der schulischen Inklusion.
Die Pläne für einen Sonderschul-Neubau in Perg stoßen auf Widerstand. Kritiker:innen sehen darin einen Rückschritt bei der schulischen Inklusion – obwohl sich Österreich 2008 mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention zur Umsetzung inklusiver Bildung verpflichtet hat.
Das neue Gebäude wird als „Kompetenzzentrum“ bezeichnet. Diese Bezeichnung ändere jedoch nichts am grundsätzlichen Problem, heißt es aus der Inklusionsbewegung.
Aktivist:innen verweisen auf UN-Konvention
Gunther Trübswasser und Volker Schönwiese, langjährige Behindertenaktivist:innen, haben sich umgehend zu Wort gemeldet. Sie verweisen auf die Vorgaben der UN-Konvention, die Österreich vor fast zwei Jahrzehnten unterzeichnet hat.
Statt inklusiver Strukturen auszubauen, sei die Beschulung von Kindern mit Förderbedarf über Jahrzehnte vernachlässigt worden. Der Personalbedarf wurde seit Jahren nicht an die tatsächlichen Erfordernisse angepasst.
Sonderschulen widersprechen UN-Vorgaben
Pädagog:innen und Direktor:innen in Sonderschulen würden sich zwar redlich bemühen, Kinder bestmöglich zu fördern. Das dortige Setting widerspreche jedoch der UN-Behindertenkonvention. Das Fachwissen dieser Fachkräfte werde in der Inklusion dringend gebraucht.
Wenn die Politik den offensichtlichen Mehrbedarf an Pädagog:innen, Sonderpädagog:innen und Stützkräften weiterhin ignoriere, würden die Suspendierungszahlen weiter steigen. Auch Pädagog:innen, die das Handtuch werfen, sowie frustrierte Eltern zeigten die fatale Entwicklung auf.
Elterninitiative EIKIP gegründet
Engagierte Eltern haben die Initiative EIKIP ins Leben gerufen, die sich für ein gerechtes Bildungssystem einsetzt. Eine der Sprecher:innen ist Gerti Riegler aus Ried, Mutter einer Tochter mit Behinderung.
In Ried wurde dem Gemeinderat eine Resolution zum Sonderschulneubau in Perg vorgelegt. Eine Gemeinderätin stimmte gegen das Projekt und begründete dies mit ihrer Überzeugung für eine inklusive Gesellschaft. Ein solcher Neubau sei der Totengräber für die künftige Inklusion von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf.
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