Sonnblick Observatorium feiert 140 Jahre Wetterforschung

Pia ProdingerPia Prodinger
Wetterstation auf Berg mit Thermometer, Windrad und 140 Jahre Jubiläum auf 3106m.
© Mit KI (Gemini) generiert

Seit dem 2. September 1886 wird auf dem Hohen Sonnblick im Raurisertal kontinuierlich das Wetter beobachtet. Die Forschungsstation in den Salzburger Alpen gilt als höchstgelegene dauerhaft besetzte Wetterstation Europas.

Das Sonnblick Observatorium im Raurisertal zählt zu den bedeutendsten Forschungsstationen der Alpen. Die Messreihe wurde seit Beginn nahezu ohne Unterbrechung fortgeführt und liefert damit eine der längsten durchgehenden Wetterdatenreihen im Alpenraum.

Aus den anfänglichen Messungen von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Sonnenscheindauer mit wenigen Instrumenten hat sich ein internationales Forschungszentrum entwickelt. Wissenschaftler untersuchen heute am Sonnblick Klima und Atmosphäre, Gletscher, Permafrost, Wolken, Aerosole und Spurengase. In den Messdaten lassen sich sogar Saharastaub oder Spuren von Vulkanausbrüchen nachweisen.

Dauerbetrieb auf 3.106 Metern Seehöhe

Ein elfköpfiges Kernteam unter der Leitung von Christian Maier gewährleistet den Forschungs- und Messbetrieb an 365 Tagen im Jahr. Techniker verbringen wochenweise direkt am Gipfel, während Forschende aus ganz Europa und darüber hinaus für ihre Projekte anreisen.

Besonders wertvoll für die Forschung ist die außergewöhnlich reine Höhenluft. Da der Gipfel weitgehend frei von lokalen Emissionen und touristischen Einflüssen ist, können Veränderungen in der Atmosphäre besonders präzise gemessen werden.

Vom Bergwerksbesitzer zur Forschungsstation

Die Errichtung des Observatoriums geht auf den Pioniergeist von Ignaz Rojacher (1844–1891) zurück, einem Bergwerksbesitzer aus Kolm Saigurn. Seine Knappen transportierten damals Baumaterial und Messgeräte auf den Gipfel.

Heute sichern Techniker, Seilbahner und weitere Fachkräfte aus der Region den laufenden Betrieb. Das 140-jährige Jubiläum ist damit nicht nur ein Meilenstein der Wissenschaft, sondern auch ein Stück Geschichte des Raurisertals.

Quelle: OTS

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