Sonnenfinsternis am 12. August: Uni Graz lädt auf Schloßberg

Pia ProdingerPia Prodinger
Sonnenbrille zum Beobachten der Sonnenfinsternis, Hände im Gegenlicht
© Victor Sanchez - stock.adobe.com, Razquin Lizarraga, Uni Graz/Tzivanopoulos

Am 12. August 2026 schiebt sich der Mond teilweise vor die Sonne. Astrophysikerinnen der Universität Graz beobachten das Himmelsphänomen vom Schloßberg aus und laden die Bevölkerung zur gemeinsamen Beobachtung ein.

Das Naturschauspiel am Abendhimmel wird viele Menschen faszinieren. Manuela Temmer, Astrophysikerin an der Universität Graz, betont den wissenschaftlichen Nutzen: „Während einer Sonnenfinsternis lässt sich die Korona besser beobachten als mit jedem Instrument.“

Korona wird bei Finsternis sichtbar

Die Korona ist vergleichbar mit der Erdatmosphäre. Die äußerste Schicht der Sonne ist extrem heiß, wird aber vom starken Sonnenlicht überstrahlt und bleibt dadurch normalerweise unsichtbar. Bei vollständiger Bedeckung zeigt sich ein heller Ring mit Strahlen, ähnlich wie bei einfachen Sonnenzeichnungen, erklärt Temmer.

In der Korona entstehen gewaltige Massenauswürfe, bei denen große Mengen Plasma ins All geschleudert werden. Diese können das Erdmagnetfeld beeinflussen und Satelliten, Flugverkehr und Handyempfang stören.

Trotz fortgeschrittener Technologie könne kein Gerät die Feinstrukturen der Korona besser sichtbar machen als eine totale Sonnenfinsternis, betont die Wissenschaftlerin. Der Nachteil: Der Beobachtungszeitraum ist oft sehr kurz, wodurch die Dynamik der Korona schwer erfassbar ist.

Grazer Studierende reisen nach Spanien

Die totale Sonnenfinsternis soll heuer in Spanien gut erlebbar sein. Mehrere Physik-Studierende der Uni Graz sind eigens auf die iberische Halbinsel gereist. Darunter Amaia Razquin Lizarraga, Physik-Doktorandin, die unter der Betreuung von Astrophysikerin Astrid Veronig zu Sonneneruptionen und koronalen Verdunkelungen forscht.

Sie ist nach Arguedas, eine Kleinstadt in der nordspanischen Region Navarra, gereist. Dort beteiligt sie sich gemeinsam mit ihrem Uni-Graz-Kollegen Thierry Fox an einem Event zur Sonnenfinsternis. Die Aktivitäten finden im Rahmen einer von der Regierung von Navarra organisierten Veranstaltung statt, in Zusammenarbeit mit Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der European Geosciences Union und der Lunar Explorers Society. Bis zu 2.000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet, schildert Razquin Lizarraga.

Öffentliche Beobachtung mit Teleskopen

Manuela Temmer und Astrid Veronig werden das Phänomen am Abend des 12. August vom Grazer Schloßberg aus mitverfolgen. Die Astrophysikerinnen stehen dort gemeinsam mit weiteren Fachkolleginnen und -kollegen für Fragen der Bevölkerung zur Verfügung.

Das Institut für Physik der Uni Graz hat fünf Teleskope und spezielle Sichtbrillen vorbereitet, durch die Interessierte einen Blick auf die verdunkelte Sonne werfen können.

Zwischen 19.30 und 20.15 Uhr sollte in Graz – sofern die Witterung mitspielt – der Mond die Sonne bis zu 85 Prozent verdecken. Die Beobachtung findet nur bei sonnigem oder leicht bewölktem Himmel statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Quelle: https://www.uni-graz.at/de/neuigkeiten/wenn-sich-die-sonne-verfinstert-erhellendes-fuer-wissenschaft-und-grazerinnen

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