Sonnenfinsternis heute Abend über der Steiermark

Am heutigen Mittwoch schiebt sich der Mond vor die Sonne und verdeckt sie zu 85 Prozent. Das Himmelsschauspiel beginnt um 19.24 Uhr und dauert rund 50 Minuten. Experten warnen vor Augenschäden ohne geeigneten Schutz.
Die partielle Sonnenfinsternis startet um 19.24 Uhr und erreicht ihren Höhepunkt gegen 20.11 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt sind etwa 85 Prozent des Sonnendurchmessers vom Mond bedeckt – die Sonne erscheint dann nur noch als schmale Sichel. Das Ende fällt mit dem Sonnenuntergang um 20.14 Uhr zusammen. Insgesamt dauert das Ereignis rund 50 Minuten.
Eine totale Finsternis ist in Österreich nicht zu beobachten. Grönland, Island und Nordspanien liegen im Kernschatten des Mondes. Die Steiermark erlebt eine sehr starke partielle Sonnenfinsternis – mit spürbarem Dämmerlicht, das die Tageszeit ungewohnt dunkel erscheinen lässt.
Freie Sicht nach Westen erforderlich
Während der Finsternis ist die Sonne nur noch sehr knapp über dem Horizont zu sehen. Beobachter benötigen einen Platz mit völlig freiem Blick nach Westen bis Westnordwesten. Verschwindet die Sonne am eigenen Standort bereits um 19.24 Uhr hinter Hügeln oder Gebäuden, ist das Ereignis nicht zu sehen.
Von Hart bei Graz aus fällt der Blick über das Grazer Becken auf den Höhenzug von Plabutsch und Buchkogel. Es ist möglich, dass die Sonne hinter diesen Hügeln verschwindet, bevor die größte Bedeckung erreicht ist. Ein erhöhter Standort mit weitem Blick nach Westen ist deshalb von Vorteil. Auf Portalen wie Shadowmap.org lässt sich für jeden Standort individuell prüfen, wie lange die Sonne dort sichtbar sein wird.
Augenschutz ist unverzichtbar
Ohne geeigneten Schutz darf niemals in die Sonne geblickt werden. Auch bei einer tief stehenden, teilweise verdeckten Sonne können bleibende Schäden an der Netzhaut entstehen – und zwar schmerzfrei, sodass man es erst zu spät bemerkt.
Nur zertifizierte Sonnenfinsternisbrillen mit der Kennzeichnung CE und ISO 12312-2 sind geeignet. Die Folie sollte vorher gegen das Licht auf Kratzer, Risse oder Löcher geprüft werden. Nicht geeignet sind Sonnenbrillen, geschwärztes Glas, belichtete Filme, Rettungsdecken, CDs oder DVDs sowie Schweißerglas ohne passende Schutzstufe.
Mit Fernglas, Teleskop oder Kamera darf niemals in die Sonne geblickt werden – auch nicht mit Finsternisbrille. Die Optik bündelt das Licht, und die Brille hält dem nicht stand. Dafür sind spezielle Objektivfilter erforderlich. Kinder sollten immer begleitet werden, wenn sie die Brille aufsetzen.
Wer keine Brille zur Hand hat, kann die Finsternis gefahrlos indirekt beobachten: Ein kleines Loch in einem Stück Karton lässt das Sonnenlicht auf eine helle Fläche fallen – dort erscheint die Sonnensichel als Abbild. Kreative Hilfsmittel taugen zur Beobachtung: Ein Küchensieb oder das Blätterdach eines Baumes projiziert zahlreiche kleine Sicheln auf den Boden. Die totale Finsternis lässt sich alternativ bequem per Livestream im Internet verfolgen.
Perseiden folgen in der Nacht
In der Nacht vom 12. auf den 13. August sind besonders viele Sternschnuppen am Himmel zu sehen – dann erreicht der Perseiden-Strom seinen Höhepunkt. Wer nach Sonnenuntergang draußen bleibt, hat gute Chancen auf den zweiten Teil des Himmelsspektakels – dafür ist keinerlei Ausrüstung nötig, nur Geduld und ein dunkler Platz.
Eine so starke Sonnenfinsternis wird es in der Region erst wieder in Jahrzehnten geben.
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