Spatenstich für 110-kV-Leitung im Waldviertel

Mathias FischerMathias Fischer
Strommast mit Leitungen über einem Maisfeld vor bewölktem Himmel
© Netz NÖ/Matejschek

In Artstetten, Münichreith-Laimbach und Yspertal hat der Bau einer neuen Hochspannungsleitung begonnen. Das Projekt ist Teil eines 45 Millionen Euro schweren Netzkonzepts, das bis 2029 abgeschlossen werden soll.

Die EVN hat mit dem Bau einer neuen 110-kV-Freileitung begonnen, die durch die Gemeinden Artstetten, Münichreith-Laimbach und Yspertal verlaufen wird. Beim Spatenstich betonte Silke Dammerer, Abgeordnete zum NÖ Landtag, die Bedeutung der Infrastruktur für die Energiewende. „PV-Anlagen, Wärmepumpen, E-Mobilität und am wichtigsten: Versorgungssicherheit, all das brauchen wir am Weg in eine erneuerbare Energiezukunft“, sagte Dammerer in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Die neue Leitung zweigt in der Katastralgemeinde Hasling von einer bestehenden 110-kV-Freileitung ab und endet im neuen Umspannwerk in der Katastralgemeinde Altenmarkt. Ab kommender Woche beginnen die Bodensondierungen für die Maststandorte, im Oktober sollen die ersten „Maststockerl“ sichtbar sein.

Investition in Versorgungssicherheit

Stefan Szyszkowitz, Vorstandsdirektor der EVN, hob die Bedeutung des Projekts hervor. Die neue Hochspannungsleitung schaffe die Grundlage dafür, dass Haushalte, Betriebe und Gemeinden auch künftig zuverlässig mit Energie versorgt werden können. „Mit dieser neuen 110-kV-Leitung investieren wir in das Rückgrat einer sicheren Stromversorgung“, so Szyszkowitz.

Die betroffenen Bürgermeister Veronika Schroll, Jürgen Fellnhofer und Karl Höfer betonten, dass die Investition Gemeinden, Betriebe und Bevölkerung gleichermaßen zugute komme. Die neue Leitung erhöhe die Leistungsfähigkeit des regionalen Stromnetzes und stärke den Standort nachhaltig.

Rekultivierung und Aufforstung

Parallel zum Baufortschritt sowie nach Abschluss der Arbeiten werden die betroffenen Flächen fachgerecht rekultiviert. Die für das Projekt notwendigen Waldschneisen sollen anschließend wieder aufgeforstet werden. Zusätzlich werden die Ortsnetze, Trafostationen und Mittelspannungsleitungen in der Region laufend verstärkt und ausgebaut.

Mit der Inbetriebnahme des Umspannwerkes in Altenmarkt im Jahr 2029 wird das gesamte 45 Millionen Euro schwere Netzkonzept abgeschlossen sein. Damit wird die gesamte Region nördlich von Persenbeug und westlich von Würnsdorf fit für die erneuerbare Energiezukunft gemacht. In den bisher für die Versorgung zuständigen Umspannwerken in Erlauf und Am Schuß werden ebenfalls Kapazitäten frei.

Massiver Netzausbau bis 2034

Die Netz NÖ muss als Verteilnetzbetreiberin das Stromnetz in vergleichbar kurzer Zeit auf allen Ebenen verstärken und ausbauen, um die erneuerbare Energiezukunft mit Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpen und E-Mobilität zu ermöglichen. Geplant sind der Neu- oder Ersatzneubau von etwa 55 Umspannwerken inklusive Anschlussleitungen. Derzeit sind 92 Umspannwerke in Betrieb.

Jährlich sollen etwa 700 Trafostationen zugebaut werden – mehr als doppelt so viele wie im langjährigen Schnitt von etwa 300 Stationen. Zudem werden pro Jahr etwa 1.000 Kilometer Mittel- und Niederspannungskabel verlegt.

Der Netzausbau ist laut Netz NÖ aber nur ein Teil der Lösung: Es gehe auch darum, das bestehende Netz mit digitaler Technik und intelligenten Lösungen effizienter zu nutzen. Die Netz NÖ investiert allein in diesem Geschäftsjahr rund 520 Millionen Euro in den Ausbau der Infrastruktur.

Quelle: https://www.yspertal.gv.at/Energiezukunft_braucht_starke_Netze

Worüber spricht Yspertal?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – 1x pro Woche für Gemeinden.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.