Speicher statt Paneele: Photovoltaik-Förderung wird umgebaut

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Ab 2027 ändert sich die staatliche Unterstützung für Solarenergie grundlegend. Klassische kleine PV-Anlagen werden nicht mehr gefördert, stattdessen setzt das Wirtschaftsministerium auf Stromspeicher und intelligente Energiemanagementsysteme.

Das Wirtschaftsministerium richtet die Photovoltaik-Förderung ab 2027 neu aus. Wie aus einer Mitteilung vom Donnerstag hervorgeht, läuft die breite Unterstützung für klassische kleine Solaranlagen aus. Künftig liegt der Schwerpunkt auf Speicherlösungen.

Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) begründete die Neuausrichtung mit dem heurigen Hitzesommer. Dieser habe gezeigt, wie dringend mehr Speicherkapazität benötigt werde.

Preisschere zwischen Mittag und Abend

Besonders im Sommer entsteht durch Photovoltaik-Spitzen zur Mittagszeit ein Überschuss an günstigem Strom. Am Abend hingegen steigen Verbrauch und Preise, während die Solarproduktion sinkt. Am vergangenen Samstag lag der durchschnittliche Großhandelspreis zwischen 10 und 16 Uhr bei 14 Euro pro Megawattstunde, abends jedoch bei rund 180 Euro pro Megawattstunde.

Durch mehr Speicher soll die Eigenproduktion besser über den Tag verteilt, das Stromnetz entlastet und die Abhängigkeit von teuren Importen verringert werden.

Förderung für Nachrüstung und europäische Produktion

Die geplante Reform der EAG-Investitionsförderung bringt mehrere Neuerungen. Im Mittelpunkt stehen künftig Energiemanagementsysteme und intelligente Speicher, die den Eigenverbrauch erhöhen und Netze entlasten. Auch die Nachrüstung von Speichern bei bestehenden Photovoltaik-Anlagen wird finanziell unterstützt.

Wer bei zentralen Komponenten auf europäische Produktion setzt, erhält einen Bonus. Kleine PV-Anlagen werden hingegen nicht mehr gefördert.

Weiterhin finanzielle Unterstützung gibt es für gebäudeintegrierte Photovoltaik, Agri-PV, Parkplatzüberdachungen, schwimmende PV-Anlagen sowie Anlagen an Lärmschutzwänden.

Aus für „First Come First Serve“

Das bisherige Vergabesystem nach dem „First Come First Serve“-Prinzip wird beendet. In den vergangenen PV-Fördercalls waren die verfügbaren Mittel binnen weniger Sekunden oder Minuten vergeben gewesen.

Künftig können Förderanträge nach Installation und Rechnungslegung gestellt werden – ähnlich dem Prinzip des Handwerkerbonus. Der dritte und letzte Fördercall heuer am 8. Oktober läuft noch nach dem alten System ab.

Hattmannsdorfer forderte zudem Nachbesserungen von der E-Control bei den geplanten Kriterien für systemdienliche Speicher. Der Speicherausbau dürfe nicht an zu engen Vorgaben scheitern. „Wer das Netz entlastet, heimischen Strom besser nutzbar macht und Preisspitzen dämpft, muss dafür auch die richtigen Rahmenbedingungen vorfinden“, so der Minister.

Quelle: APA

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