Spezialtaucher bergen Flugzeugwrack aus dem Attersee

Nach tagelangen Vorbereitungen haben zwei Spezialtaucher am Dienstag ein abgestürztes Kleinflugzeug aus dem Attersee geborgen. Das Wrack lag an einer der tiefsten Stellen des Sees, so der ORF.
Um 10 Uhr startete der entscheidende Tauchgang. Ein Oberösterreicher und sein Tauchlehrer aus Deutschland waren von der Wasserrettung angefordert worden, nachdem mehrere Versuche mit Tauchrobotern erfolglos geblieben waren.
Das Wrack befand sich an einer der tiefsten Stellen des Attersees. Laut Gerald Berger, Landesleiter der Wasserrettung Oberösterreich, erreichten die beiden Taucher das abgestürzte Flugzeug innerhalb von 15 Minuten. Anschließend befestigten sie in nur wenigen Minuten die spezielle Bergeleine am Wrack.
Dekompression als größte Herausforderung
Für den Spezialtaucher Markus Turm stellt bei solchen Einsätzen vor allem der Rückweg an die Oberfläche eine Herausforderung dar. „Das Problem ist nicht das tiefe Tauchen, sondern die Dekompressionszeit“, erklärte er. Gemeint ist jene Zeit, die ein Taucher beim Auftauchen kontrolliert im Wasser einhalten muss, um eine lebensgefährliche Gasbildung im Körper zu verhindern.
Selbst in klarem Seewasser nimmt das Licht ab einer Tiefe von rund 20 Metern stark ab, in größerer Tiefe herrscht völlige Dunkelheit. Turm bringt die besonderen Bedingungen solcher Einsätze auf den Punkt: „Alle tiefen Tauchgänge haben eines gemeinsam: Sie sind dunkel und es ist kalt.“
Dreitägige Vorbereitung für den Einsatz
Bereits Tage zuvor hatten die Vorbereitungen begonnen: Drei Tage lang erarbeiteten Wasserrettung, Feuerwehr und Polizei gemeinsam einen Bergungsplan. Die große Tiefe des Wracks machte umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich. „Das sind zwei Profis. Man braucht dafür eine Spezialausbildung und eine Spezialausrüstung“, so Berger.
Auch die Bilanz des Spezialtauchers unterstreicht, wie entscheidend die Vorbereitung war. Turm zog im ORF-Interview ein positives Fazit: „Es war perfekt vorbereitet, das Team war spitze und die Leinen haben sehr gut funktioniert.“
Bergung dauerte mehrere Stunden
Nach der Befestigung der Bergeleine zog eine Seilwinde das Flugzeug über eine Plattform auf dem See langsam nach oben. Gegen 13 Uhr bestätigte die Polizei, dass sich das Wrack nur noch wenige Meter unter der Wasseroberfläche befinde. Kurz nach 15 Uhr hob ein mobiler Bergekran das Kleinflugzeug mit Tragegurten schließlich an Land.
Entlang des Ufers verfolgte eine Vielzahl an Schaulustigen die Bergung. Die Polizei sperrte den Bereich großräumig ab und errichtete zusätzlich einen Sichtschutz, auch Beamtinnen und Beamte des Landeskriminalamts waren vor Ort. Besondere Bedeutung hatte die Bergung für die Einsatzkräfte, weil sich die Leichen der beiden Unfallopfer noch im Flugzeug befanden. „Natürlich wünschen sich die Angehörigen, dass die Personen wieder an die Oberfläche gebracht werden“, so Berger. Das Wrack soll zudem zur Klärung der Absturzursache beitragen.
Absturz bei Schulungsflug
Bei einem Schulungsflug war das zweisitzige Kleinflugzeug am Mittwoch abgestürzt und auf den Grund des Attersees gesunken. Eine 19-jährige Flugschülerin und ihr 24-jähriger Fluglehrer aus Deutschland befanden sich an Bord. Wie Daten von Flightradar24 zeigen, brach der Kontakt zur Maschine gegen 11.23 Uhr plötzlich ab. Augenzeuginnen und Augenzeugen zufolge habe das Flugzeug kurz vor dem Absturz rasch an Höhe verloren. Polizei und Staatsanwaltschaft setzen ihre Ermittlungen fort.
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