Spitäler setzen auf digitale Apps gegen Personalmangel

Mehrere österreichische Gesundheitseinrichtungen nutzen digitale Mitarbeiterplattformen, um Personal zu binden. Barmherzige Brüder, Hilfswerk Kärnten und Tauernkliniken setzen auf Apps statt Schwarze Bretter.
Der Personalmangel im Gesundheitswesen belastet Einrichtungen und Beschäftigte zunehmend. Mehrere österreichische Organisationen haben darauf reagiert und setzen auf digitale Lösungen, um bestehende Teams zu entlasten und langfristig zu halten. Die Barmherzigen Brüder, das Hilfswerk Kärnten und die Tauernkliniken konzentrieren sich dabei nicht nur auf die Gewinnung neuer Mitarbeiter, sondern vor allem darauf, wie bestehende Teams informiert und eingebunden werden.
Bindung statt Rekrutierung im Fokus
Die zentrale Frage hat sich verschoben: Nicht mehr nur, wie neue Fachkräfte gewonnen werden, sondern warum Beschäftigte bleiben oder gehen. Studien zeigen, dass Wertschätzung, Transparenz und Mitsprache die Bindung an den Arbeitgeber stark beeinflussen. In Spitälern und Pflegeeinrichtungen mit Schichtbetrieb und mehreren Standorten wird dies zur besonderen Herausforderung. Wer Informationen nicht erhält oder sich nicht eingebunden fühlt, verliert oft die emotionale Verbindung zum Arbeitgeber.
Schwarze Bretter werden durch Apps ersetzt
Während Patientendaten und Verwaltung längst digitalisiert sind, erreichen wichtige Informationen Mitarbeitende vielerorts noch über Schwarze Bretter oder E-Mails. Im Schichtbetrieb stößt diese Form der Kommunikation an Grenzen. Digitale Mitarbeiterplattformen ermöglichen es, Informationen zeitgleich und unabhängig von Dienstzeiten bereitzustellen.
Die Barmherzigen Brüder verteilen Informationen mittlerweile standortunabhängig an alle Beschäftigten. Beim Hilfswerk Kärnten zeigt sich der Nutzen konkret: „Dank unserem Newsflash auf der Startseite der App sind alle zeitgleich am selben Informationsstand“, erklärt Geschäftsführer Horst Krainz.
Gemeinschaftsgefühl durch digitale Teilhabe
Information allein reicht nicht aus. Mitarbeitende wollen sich als aktiver Teil ihres Unternehmens erleben. Die Diakonie de La Tour nutzt die Mitarbeiter-App zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls. „Für uns ist die Mitarbeiter-App vor allem eines: unkompliziert, intuitiv und verbindend“, sagt Karin Huber aus dem Bereich Employer Branding.
Bei den Tauernkliniken wird die App besonders von Beschäftigten ohne festen PC-Arbeitsplatz geschätzt. „Gerade für Mitarbeitende ohne festen PC-Arbeitsplatz ist die LOLYO Mitarbeiter-App eine gelungene und motivierende Möglichkeit, sich aktiver an der internen Kommunikation zu beteiligen und schnell informiert zu sein“, berichtet Desiree Buchner aus der Personal- und Organisationsentwicklung. Bei den LA-Regio-Kliniken kommt besonders der Dienstplan „to go“ gut an, wie Leiterin Unternehmenskommunikation Barbara Jung-Bourzutschky erklärt.
Mitarbeitende als Botschafter für Recruiting
Engagierte Beschäftigte empfehlen offene Stellen aktiv weiter und werden so zu wichtigen Botschaftern. Patrick Schlager, Leiter Unternehmensentwicklung im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien, berichtet: „Die Bereitschaft der Mitarbeitenden, die Stelleninserate in der Mitarbeiter-App zu verbreiten, ist sogar so groß, dass die Kosten für Stelleninserate deutlich gesunken sind.“
Der Personalmangel wird das Gesundheitswesen noch Jahre begleiten. Einrichtungen investieren daher nicht nur in Recruiting-Kampagnen, sondern schaffen Rahmenbedingungen, die Information, Beteiligung und Zusammenhalt fördern. Der Kampf gegen den Fachkräftemangel wird zunehmend innerhalb der eigenen Organisation entschieden.
Quelle: OTS
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