SPÖ fordert Ende der Windkraft-Verbotszonen in OÖ

Mona HopfingerMona Hopfinger
Hybridkraftwerke Oberösterreich: Windräder, Solarpaneele, Potenzialgebiete und Verbotszonen auf Landkarte
© Mit KI (Gemini) generiert

Oberösterreichs SPÖ-Chef Martin Winkler verlangt die Rücknahme geplanter Windkraftverbotszonen. Heimische erneuerbare Energie sei entscheidend für leistbare Strompreise und den Erhalt von Arbeitsplätzen im Industrieland.

Martin Winkler, Landesrat und Vorsitzender der SPÖ Oberösterreich, dringt auf einen energiepolitischen Kurswechsel. Die geplanten Ausschlusszonen für Windenergie müssten zurückgezogen werden, um den Ausbau heimischer Stromerzeugung zu beschleunigen. Hohe Energiekosten und der internationale Wettbewerb um Investitionen erforderten klare Weichenstellungen.

Anlass für die Forderung sind Aussagen von voestalpine-Chef Herbert Eibensteiner. Dieser hatte gewarnt, dass bedeutende Industrieunternehmen Investitionen zunehmend in wettbewerbsfähigere Märkte verlagern. Leistbare Energie sei zentral dafür, dass Betriebe, Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Bundesland bleiben.

Mehr heimischer Strom gegen Preisdruck

Winkler sieht in einer verstärkten Stromproduktion aus heimischen Quellen den Schlüssel, um die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten zu verringern und den langfristigen Preisdruck zu senken. Davon würden Industriebetriebe ebenso profitieren wie Haushalte und Unternehmen.

Der Landesrat appelliert an die designierte Wirtschaftslandesrätin Christiane Frauscher, die Energiepolitik neu zu gestalten. Er biete seine Hand zur Zusammenarbeit an. Die vorgesehenen Verbotszonen müssten gestrichen werden, da sie ausgerechnet Regionen mit besonders guten Voraussetzungen für Windenergie betreffen könnten.

Windatlas zeigt höheres Potenzial

Der österreichische Windatlas 2026, der unter Beteiligung der Europäischen Weltraumorganisation ESA erstellt wurde, weist auf deutlich höhere Windkraftpotenziale hin als bisher angenommen. Besonders das südliche Traunviertel sowie das nördliche und nordöstliche Mühlviertel gelten als vielversprechende Gebiete.

Genau diese Flächen liegen jedoch überwiegend in den vorgesehenen Ausschlusszonen. Winkler kritisiert diesen Widerspruch: Wissenschaftliche Erkenntnisse sollten die Grundlage wirtschaftspolitischer Entscheidungen sein. Wenn man alles pauschal verbietet, können wichtige Chancen verloren gehen. Das gilt für Investitionen in der Region, für neue Arbeitsplätze und für eine sichere Energieversorgung. Naturschutz und sorgfältige Genehmigungsverfahren bleiben aber wichtig. Man müsse jedoch ausgewogen planen. Dabei sollen Natur- und Landschaftsschutz und der Ausbau erneuerbarer Energie zusammenpassen.

Hybridkraftwerke für stabilere Versorgung

Der Landesrat sieht besonders große Chancen bei Hybridkraftwerken. Sie verbinden Windkraft, Photovoltaik und Speicher. So lässt sich das vorhandene Stromnetz besser nutzen. Außerdem liefern sie in deutlich mehr Stunden des Jahres sicher Strom als reine Photovoltaikanlagen.
Hybridkraftwerke können die Versorgung stabiler machen. Sie machen die Region unabhängiger bei der Energie und bringen neue Möglichkeiten für Investitionen. Auch helfen sie Oberösterreich dabei, zu wettbewerbsfähigen Energiepreisen zu kommen.
Die wichtigste Botschaft: Oberösterreich soll seine wirtschaftliche Zukunft nicht durch große Verbotszonen bremsen. Es braucht stattdessen verlässliche Rahmenbedingungen für erneuerbare Energie, für Investitionen und für einen starken Industriestandort.

Quelle: https://www.spooe.at/2026/10/21/windkraft-statt-verbotszonen-fuer-oberoesterreich

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