SPÖ kritisiert Schwarz-Blau: „Versäumnisse nicht wegplakatiert“

Die Landes-ÖVP wirbt mit Fortschritten in Gesundheit und Kinderbetreuung. SPÖ-Landesgeschäftsführerin Nicole Trudenberger sieht darin vor allem den Beleg für jahrelange Versäumnisse der schwarz-blauen Landesregierung.
Nicole Trudenberger von der SPÖ Oberösterreich reagiert auf die aktuelle Kampagne der Landes-ÖVP mit deutlicher Kritik. Die Plakate würden zeigen, welche zentralen Aufgaben in Gesundheit, Kinderbetreuung, Infrastruktur und Energie über Jahre nicht ausreichend gelöst worden seien.
„Jeder Fortschritt ist willkommen. Aber jahrelange Versäumnisse werden durch neue Plakate nicht zur Erfolgsgeschichte“, so die Landesgeschäftsführerin. Entscheidend sei, ob die Menschen im Alltag tatsächlich bessere Versorgung, ausreichend Betreuungsplätze und verlässliche öffentliche Infrastruktur vorfinden.
734 Spitalsbetten wegen Personalmangels gesperrt
Neue medizinische Geräte und der Nachtbetrieb des Notarzthubschraubers in Suben seien sinnvoll, reichten aber nicht aus. Laut einer SPÖ-Auswertung von Anfragebeantwortungen waren 2024 insgesamt 734 Spitalsbetten wegen Personalmangels gesperrt.
Trudenberger fordert, die Personalfrage endlich entschlossen zu lösen. Geräte könnten wichtige Diagnosen ermöglichen, aber weder Ärztinnen und Ärzte noch Pflegekräfte ersetzen. Eine gute Gesundheitsversorgung brauche ausreichend Personal, attraktive Arbeitsbedingungen und verlässliche Kapazitäten in allen Regionen.
Kinderbetreuung: Nur 31 von 279 Gemeinden mit Bestwertung
Beim Thema Kinderbetreuung ortet die SPÖ großen Handlungsbedarf. Laut AK-Kinderbetreuungsatlas 2026 erreichen bei den Unter-Dreijährigen nur 31 von 279 teilnehmenden Gemeinden die Bestwertung. In 80 Gemeinden sind Kindergärten mehr als fünf Wochen pro Jahr geschlossen.
Für Familien bedeute das oft schwierige Organisation von Beruf, Betreuung und Alltag. Eltern bräuchten ganztägige, ganzjährige und kostenfreie Angebote. Nur so entstehe echte Wahlfreiheit für Mütter und Väter.
Trudenberger kritisiert besonders die Einführung von Nachmittagsgebühren unter der schwarz-blauen Landesregierung.
Kasberg und Flughafen: Perspektiven gefordert
Die Region habe beim Kasberg lange mit Ungewissheit leben müssen. Dass die Zukunft des Skigebiets nun in Bewegung gerät, sei auch dem hartnäckigen Einsatz der Bürgermeister, der Bevölkerung und der SPÖ zu verdanken. Nachhaltig sei eine Lösung aber nur, wenn sie Gemeinden, Beschäftigten und Tourismusbetrieben langfristig Planungssicherheit bringe.
Auch für den Flughafen Linz pocht die SPÖ auf ein schlüssiges Gesamtkonzept. Für die Verbindung Linz–Frankfurt sind bis zu 36 Millionen Euro über vier Jahre eingeplant. Trudenberger verlangt eine abgestimmte, langfristige Strategie, die den regionalen Nutzen nachvollziehbar belegt und den Finanzbedarf offenlegt.
„Anschieben statt aufschieben“
In vielen Bereichen würden notwendige Schritte zu spät gesetzt oder blieben unvollständig, so die SPÖ. Neben Gesundheit, Kinderbetreuung, Kasberg und Flughafen betreffe das auch Energiepolitik, leistbares Wohnen und die finanzielle Stärke der Gemeinden.
Martin Winkler plädiert für den Ausbau von Windkraft, Photovoltaik und Speichern. Zudem verlangt er Investitionen in leistbaren Wohnraum und größere Handlungsspielräume für Städte und Gemeinden. Oberösterreich komme voran, wenn die Politik Verantwortung übernehme und konkrete Verbesserungen zügig umsetze.
Das Credo der SPÖ Oberösterreich lautet entsprechend: anschieben statt aufschieben.
Quelle: https://www.spooe.at/2026/11/05/fortschritt-braucht-mehr-als-plakate
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