SPÖ startet Petition gegen Notarzt-Schließungen in NÖ

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Die SPÖ Niederösterreich will mit einer Online-Petition alle 32 Notarztstandorte im Land erhalten. Elf Stützpunkte sollen im April 2027 geschlossen werden – ohne ausreichenden Ersatz, kritisiert Landesrat Sven Hergovich.

Mit einer Online-Petition kämpft die SPÖ Niederösterreich gegen die geplante Schließung von elf Notarztstandorten. Von den derzeit 32 Stützpunkten im Bundesland sollen im April 2027 nur noch 21 übrig bleiben. Auf der Webseite www.notarzt-retten.at zeigt eine Karte, welche Folgen die Reduktion haben könnte.

„Ohne gleichwertigen, erprobten Ersatz – keine Schließung“, forderte Landesrat Sven Hergovich am Donnerstag. Alles andere sei „ein Experiment mit der Sicherheit der Bevölkerung“. Die Petition verlangt, dass kein Standort geschlossen oder umgewandelt wird, bevor nachweislich ausreichender Ersatz vorhanden ist.

Evaluierung durch Fachgesellschaft beauftragt

„Die Sicherheit der Menschen darf keine Frage der Postleitzahl sein“, betonte Hergovich. Die notwendigen Ersatzmaßnahmen seien aus Sicht der Sozialdemokraten nicht gegeben. Landesrätin Eva Prischl hat kürzlich die Österreichische Gesellschaft für Notfall- und Katastrophenmedizin (ÖNK) mit einer Evaluierung der geplanten Reduktion beauftragt. Die Umstrukturierung ist Teil des „Gesundheitsplans 2040+“.

Entscheidend sei nicht die Zahl der Stützpunkte auf der Landkarte, sondern wie schnell im Ernstfall Hilfe eintreffe, erklärte SPNÖ-Gesundheitssprecher Rainer Spenger. Zusätzliche Ausbildungen für Notfallsanitäter könnten „nicht automatisch die umfassenden medizinischen Möglichkeiten einer Notärztin oder eines Notarztes“ ersetzen.

ÖVP wirft SPÖ „Desinformation“ vor

Die ÖVP Niederösterreich reagierte scharf auf die Kampagne. Hergovich verbreite in Bezug auf die Umstrukturierung des Notfallwesens „bewusst Verunsicherung“, kritisierte VPNÖ-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner. Das bewusste Falschdarstellen von Fakten sei „Gift für die Gesellschaft und letztlich für die Demokratie“. Solche Methoden erinnerten an die „berüchtigten Silbersteinmethoden der SPÖ“, die man in Niederösterreich klar ablehne.

Quelle: APA

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