SPÖ verlangt Baustopp auf KZ-Gelände in Leobersdorf

Die SPÖ-Abgeordnete Sabine Schatz fordert einen sofortigen Baustopp auf dem Areal des ehemaligen Frauen-Konzentrationslagers Hirtenberg in Leobersdorf. Dort laufen bereits Bauarbeiten für einen geplanten Gewerbepark.
Die SPÖ-Sprecherin für Erinnerungskultur, Sabine Schatz, zeigt sich entsetzt über die laufenden Bauarbeiten auf dem Gelände des früheren Frauen-Konzentrationslagers Hirtenberg in Leobersdorf. Auf dem historischen Areal soll ein Gewerbepark errichtet werden, während die Bagger bereits im Einsatz sind.
„Hier muss es jetzt einen Baustopp geben“, erklärt die SPÖ-Nationalratsabgeordnete. Ein Ort, an dem Frauen und Mädchen während des NS-Regimes gefangen gehalten und zu Zwangsarbeit gezwungen wurden, dürfe nicht einfach verbaut und damit aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängt werden. Die Verbrechen an inhaftierten Frauen in Konzentrationslagern seien ohnehin viel zu lange ausgeblendet worden, so Schatz. Damit unterstützt sie auch die Forderung des Internationalen Mauthausen Komitees (CMI).
Forderung seit vergangenem Jahr
Bereits im vergangenen Jahr hatte Schatz zusammen mit Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner gefordert, das Grundstück des ehemaligen Frauen-KZ zu sichern und langfristig einen würdigen Gedenkort einzurichten. Seit dieser Forderung habe sich viel zu wenig getan, kritisiert die Abgeordnete. Nun zeige sich, wohin es führe, wenn bei einem historisch derart bedeutsamen Ort nicht rechtzeitig gehandelt werde.
Außenlager des KZ Mauthausen
Das Frauen-KZ Hirtenberg war ein Außenlager des KZ Mauthausen. Rund 400 Frauen und Mädchen waren dort inhaftiert und mussten unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten. Heute erinnern noch erhaltene bauliche Überreste an das Lager und die dort verübten Verbrechen. Diese Spuren seien wichtige Zeugnisse der NS-Verbrechen, betont Schatz. Sie zu bewahren sei die Verantwortung gegenüber den Opfern und den kommenden Generationen.
Die SPÖ-Sprecherin für Erinnerungskultur fordert eine gemeinsame Kraftanstrengung. Es könne nicht sein, dass sich die Verantwortung für diesen Ort zwischen verschiedenen Zuständigkeiten verliere, während gleichzeitig die Bagger bereits arbeiteten. Österreich habe die Verantwortung, die Orte der nationalsozialistischen Verbrechen sichtbar zu halten und daraus für die Zukunft zu lernen. Das ehemalige Frauen-KZ Hirtenberg dürfe kein weiterer Ort des Vergessens werden, so Schatz.
Quelle: OTS
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