SPÖ will 100 Millionen Euro für Renaturierung in NÖ

Die SPÖ Niederösterreich verlangt eine groß angelegte Renaturierungsoffensive. Landesrat Sven Hergovich präsentierte am Dienstag ein Konzept mit einem jährlichen Budget von 100 Millionen Euro, finanziert durch Umschichtungen und Erträge des Generationenfonds.
Die niederösterreichische SPÖ drängt auf eine deutliche Ausweitung von Renaturierungsmaßnahmen im Bundesland. Landesparteivorsitzender Sven Hergovich stellte am Dienstag bei einer Pressekonferenz in St. Pölten eine Offensive vor, die jährlich 100 Millionen Euro umfassen soll. Die Finanzierung soll zur Hälfte aus Umschichtungen im bestehenden Landesfördervolumen erfolgen, die andere Hälfte aus den Erträgen des Generationenfonds.
„Dürre, Wassermangel und enorme Schäden in der Landwirtschaft zeigen, dass wir handeln müssen. Wir können den Klimawandel in Niederösterreich nicht alleine lösen. Aber wir können unseren Beitrag leisten und dafür sorgen, dass wir besser auf seine Folgen vorbereitet sind“, erklärte Hergovich laut Aussendung. In den vergangenen Jahren seien in Niederösterreich bereits rund 500 Renaturierungsprojekte umgesetzt worden. Laut WWF gebe es an größeren Flüssen und Bächen noch rund 305 Kilometer mit besonders hohem Potenzial für weitere Maßnahmen.
Renaturierung als Hochwasserschutz
Kerstin Suchan-Mayr, Umweltsprecherin der SPÖ Niederösterreich und Bürgermeisterin von St. Valentin, sieht Renaturierung und Hochwasserschutz als untrennbar verbunden. „Ein natürlicher Fluss braucht Platz. Wo sich Wasser bei Starkregen auf dafür vorgesehenen Flächen ausbreiten kann, wird es zurückgehalten und fließt langsamer ab. Gleichzeitig helfen naturnahe Gewässer, Bäume und Grünflächen gegen die zunehmende Hitze. Renaturierung ist deshalb keine Naturromantik, sondern eine ganz praktische Investition in die Sicherheit und Lebensqualität unserer Gemeinden“, so die Landtagsabgeordnete. Als Beispiel nannte sie die Revitalisierung des Erlabachs in St. Valentin.
Suchan-Mayr kritisierte, dass im niederösterreichischen Doppelbudget 2027/28 keine Mittel für die Umsetzung der EU-Vorgaben zur Renaturierung eingeplant seien. „Wer mehr Hochwasserschutz, Klimaanpassung und Renaturierung will, muss den Gemeinden auch die finanziellen Möglichkeiten dafür geben“, forderte sie.
Kritik an Schwarz-Blau
Hergovich richtete sich auch gegen die schwarz-blaue Landesregierung. „Wer seine Heimat liebt, schützt sie vor Dürre und Flut. Landbauers Leugnung des Klimawandels gefährdet unsere Heimat“, meinte der Landesrat. Er forderte einen „Kurswechsel“ von der Koalition: „Starten wir gemeinsam die größte Renaturierungsoffensive in der Geschichte Niederösterreichs. Geben wir unseren Flüssen und Bächen wieder mehr Raum, stärken wir den Hochwasserschutz und unterstützen wir unsere Gemeinden dabei. Wir werden dazu eine Initiative einbringen und laden alle Landtagsparteien ein, diesen Weg mitzugehen.“
Quelle: APA
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