Sportjournalist Michael Kuhn mit 88 Jahren verstorben

Der langjährige Leiter des Sportressorts der „Kronen Zeitung“ und ORF-Kommentator Michael Kuhn ist in der Nacht auf Mittwoch in Kärnten im Alter von 88 Jahren gestorben. Seine Tochter bestätigte den Tod gegenüber der APA.
Michael Kuhn leitete mehr als vier Jahrzehnte lang das Sportressort der meistgelesenen Zeitung Österreichs. Er kam 1959 zur „Krone“, im Jahr ihrer Neugründung, und prägte die Sportberichterstattung des Blattes über Generationen hinweg. Parallel dazu kommentierte er zwischen 1965 und 1993 für den ORF Fußballspiele und Skirennen, wodurch er einem breiten Publikum bekannt wurde.
Der am 28. Oktober 1937 in Wien geborene Journalist sammelte seine ersten Erfahrungen als freier Mitarbeiter bei der „Wiener Illustrierten“, beim „Wiener Montag“ und bei der „Neuen Österreichischen Tageszeitung“. Nach seinem Wechsel zur „Krone“ blieb er dem Blatt jahrzehntelang verbunden.
Aufstieg und Konflikt bei der „Krone“
Kuhn stieg zum stellvertretenden Chefredakteur auf und wurde 2003 zum geschäftsführenden Chefredakteur ernannt. In dieser Funktion wurde er dem damaligen neuen Chefredakteur Christoph Dichand zur Seite gestellt, der von seinem Vater Hans Dichand beim deutschen Miteigentümer WAZ durchgesetzt worden war. Kuhn galt als Kompromisslösung, auf die sich beide Seiten einigen konnten.
2006 entließ Hans Dichand Kuhn nach Streitigkeiten fristlos. Es folgten langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen, während derer Kuhn dienstfrei gestellt war und seiner Tätigkeit nicht nachgehen konnte.
Ende der ORF-Karriere und Selbstverständnis
Seine Kommentatoren-Tätigkeit beim ORF hatte Kuhn bereits über zehn Jahre zuvor beendet. Der damalige ORF-Generalintendant Gerd Bacher hatte seine parallele Arbeit für die „Krone“ nicht mehr akzeptiert. Kuhn selbst bezeichnete sich jedoch stets als „Zeitungsmensch“.
Fachautor und Verbandspräsident
Neben seiner journalistischen Arbeit verfasste Kuhn Fachpublikationen, darunter „Kuhn's Sport-Chronik“. 1997 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern von Sports Media Austria, dem Verband österreichischer Sportjournalisten, und übernahm das Präsidentenamt. Bis zuletzt war er Ehrenpräsident der Organisation.
Anlässlich seines 60. Geburtstags erhielt er 1997 das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Stadt Wien. Für sein Lebenswerk wurde er 2019 von der internationalen Sportjournalisten-Vereinigung AIPS und 2024 vom Branchenblatt „Österreichs Journalist:in“ geehrt.
Kuhn hinterlässt seine Ehefrau, die Astrologin Helga Kuhn, die ebenfalls viele Jahre bei der „Krone“ tätig war, sowie seine Tochter, die TV-Produzentin Bettina Kuhn.
Quelle: APA
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