Sportwetten: Experten kritisieren mangelnden Spielerschutz

Pia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Bei Großereignissen wie Weltmeisterschaften boomt das Geschäft mit Sportwetten. Fachleute bemängeln jedoch den unzureichenden Schutz für gefährdete Personen – auch weil Sportwetten rechtlich nicht als Glücksspiel gelten, so der ORF.

Die Vielfalt an Wettmöglichkeiten bei Fußballspielen ist enorm: Von Sieg über Niederlage bis hin zu Verlängerung oder Roten Karten lässt sich auf nahezu alles setzen. Roman Neßhold vom Institut Glücksspiel und Abhängigkeit in Salzburg berichtet, dass während einer Weltmeisterschaft das Interesse an solchen Wetten merklich zunimmt.

Viele Menschen würden in dieser Zeit auf ihre bevorzugten Mannschaften oder Urlaubsländer tippen, erklärt Neßhold. Die Einsätze bewegten sich dabei meist im niedrigen Bereich – etwa zehn bis 15 Euro – oder es würden Neukundenboni genutzt.

Weniger Hilfesuchende während der WM

Die massive Werbepräsenz für Sportwetten vor, während und nach Spielen sieht Gertraud Müller-Luger, Psychologin bei der Suchthilfe, mit Sorge. Sie stellt fest, dass während der Weltmeisterschaft die Nachfrage nach Unterstützung abnimmt.

„Weil viele einen Rückfall haben. Denn diese mediale Präsenz von Wetten ist natürlich eine extreme Herausforderung“, sagt Müller-Luger. Sie nehme es in den Gruppen nicht wahr, weil weniger Personen kämen – diese würden aber später wieder auftauchen, wenn sich Misserfolge eingestellt hätten.

Rechtliche Einstufung als Problem

In Österreich werden Sportwetten rechtlich als Geschicklichkeitsspiel eingestuft, nicht als Glücksspiel. Diese Klassifizierung führt dazu, dass beim Spielerschutz teilweise weniger strenge gesetzliche Vorgaben gelten.

Quelle: https://salzburg.orf.at/stories/3361839/

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