St. Pölten: 1.500 Cochlea-Implantate in 25 Jahren

Mathias FischerMathias Fischer
Hörgerät feiert 25 Jahre mit Ärzten und Krankenhaus in Österreich
© Mit KI (Gemini) generiert

Das Universitätsklinikum St. Pölten blickt auf ein Vierteljahrhundert Cochlea-Implantat-Versorgung zurück. Seit 2001 wurden an der HNO-Abteilung mehr als 1.500 elektronische Innenohrprothesen eingesetzt.

Die Klinische Abteilung für Hals-Nasen-Ohren (HNO) des Universitätsklinikums St. Pölten versorgt seit einem Vierteljahrhundert Patientinnen und Patienten mit Cochlea-Implantaten. Die elektronische Innenohrprothese wird eingesetzt, wenn herkömmliche Hörgeräte nicht mehr ausreichen. Die Abteilung gehört zu den führenden Zentren für Hörimplantat-Versorgung in Österreich und betreut Menschen aller Altersgruppen von der Diagnostik über die Operation bis zur lebenslangen Nachsorge. Ein Schwerpunkt liegt auf der Versorgung von Menschen mit einseitiger und beidseitiger Ertaubung.

Landesrat Anton Kasser betont die Bedeutung der Versorgung: „Moderne Medizin bedeutet, innovative Behandlungsmöglichkeiten dort anzubieten, wo sie den Menschen unmittelbar zugutekommen.“ Das Universitätsklinikum St. Pölten leiste mit seiner langjährigen Expertise einen wichtigen Beitrag, Menschen mit hochgradigem Hörverlust neue Chancen auf Kommunikation, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe zu eröffnen. Das Jubiläum stehe beispielhaft für die hohe Qualität der Gesundheitsversorgung in Niederösterreich.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Elisabeth Bräutigam, Vorständin für Medizin und Pflege der NÖ Landesgesundheitsagentur, hebt das Zusammenspiel verschiedener Berufsgruppen hervor. Von der präzisen Diagnostik über die operative Versorgung bis hin zur individuellen Rehabilitation und lebenslangen Nachbetreuung arbeiten die Expertinnen und Experten Hand in Hand. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit sei ein wesentlicher Baustein für die hohe Versorgungsqualität und den nachhaltigen Behandlungserfolg.

Hörverlust bedeutet weit mehr als eine Einschränkung des Hörvermögens. Er kann die Kommunikation erschweren, soziale Kontakte beeinträchtigen und zu Isolation führen. Cochlea-Implantate ermöglichen vielen Betroffenen, Gesprächen wieder zu folgen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und ein hohes Maß an Selbstständigkeit zurückzugewinnen.

Erfolge bei Kindern und älteren Menschen

Besonders eindrucksvoll sind die Erfolge bei Kindern mit angeborener Hörstörung. Dank moderner Früherkennung und frühzeitiger Versorgung können viele von ihnen eine altersgerechte Sprachentwicklung erreichen und ihren Bildungsweg ohne wesentliche Einschränkungen beschreiten.

Auch für ältere Menschen eröffnen Cochlea-Implantate neue Perspektiven. Heuer gilt ein hohes Lebensalter allein nicht mehr als Ausschlusskriterium für eine Versorgung. Vielmehr können Hörimplantate wesentlich dazu beitragen, Lebensqualität, soziale Teilhabe und Selbstständigkeit bis ins hohe Alter zu erhalten.

Mehr als 1.500 Implantate seit 2001

Prim. Univ.-Prof. Dr. Georg Sprinzl, Leiter der Klinischen Abteilung für Hals-Nasen-Ohren, erklärt: „Die Hörimplantat-Technologie hat sich in den vergangenen 25 Jahren rasant weiterentwickelt.“ Gleichzeitig konnten die chirurgischen Verfahren, diagnostischen Möglichkeiten und die individuelle Nachbetreuung kontinuierlich verbessert werden. Besonders stolz sei man darauf, dass Menschen aller Altersgruppen sowie Patientinnen und Patienten mit ein- oder beidseitiger Ertaubung umfassend betreut werden können. Seit Einführung der Cochlea-Implantat-Versorgung im Jahr 2001 wurden an der Abteilung bereits mehr als 1.500 Cochlea-Implantate eingesetzt.

Der Erfolg einer Cochlea-Implantat-Versorgung beruht auf dem Zusammenspiel vieler Fachbereiche. Neben der Operation sind umfassende Diagnostik, individuelle Anpassung des Systems, Hörtraining, logopädische Betreuung und eine lebenslange Nachsorge entscheidend. Die Versorgung erfolgt daher interdisziplinär durch ein spezialisiertes Team aus Medizin, Audiologie, Logopädie und weiteren Fachdisziplinen.

Erste Zertifizierung in Österreich

Die hohe Expertise des Universitätsklinikums St. Pölten wurde 2024 mit einer besonderen Auszeichnung bestätigt: Die Klinische Abteilung für Hals-Nasen-Ohren erhielt als erste Einrichtung in Österreich das Zertifikat „Cochlea-Implantat versorgende Einrichtung“. Damit wurde offiziell bestätigt, dass sämtliche Anforderungen an Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität erfüllt werden und die Versorgung nach aktuellen wissenschaftlichen Standards erfolgt. Die Abteilung zählt zu den etablierten Zentren für Cochlea-Implantationen im deutschsprachigen Raum.

Quelle: OTS

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