St. Pölten: 750 Schlaganfall-Patienten jährlich behandelt

Das Universitätsklinikum St. Pölten versorgt pro Jahr rund 750 Schlaganfall-Betroffene auf seiner Stroke Unit. Anlässlich des Welt-Schlaganfall-Tags am 29. Oktober betont die Klinik die Bedeutung rascher Hilfe und gezielter Vorbeugung.
Jährlich sind in Österreich etwa 25.000 Menschen von einem Schlaganfall betroffen. Das Universitätsklinikum St. Pölten nutzt den Welt-Schlaganfall-Tag am 29. Oktober, um auf die Wichtigkeit von Früherkennung, schneller Versorgung und Prävention hinzuweisen. Auf der spezialisierten Schlaganfallstation der Klinik werden jährlich etwa 750 Patientinnen und Patienten versorgt.
Zwar trifft die Erkrankung vor allem ältere Personen, doch sie kann Menschen jeden Alters treffen. Neben erblichen Faktoren erhöhen auch Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes und zu wenig Bewegung das Risiko erheblich. Mit einem gesunden Lebensstil und Vorsorge lässt sich die Gefahr deutlich senken.
Zeit entscheidet über bleibende Schäden
„Bei einem Schlaganfall ist Zeit der entscheidende Faktor. Je früher die Betroffenen in einer spezialisierten Einrichtung behandelt werden, desto größer sind die Chancen, bleibende Beeinträchtigungen zu vermeiden“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Stefan Oberndorfer, FEAN, Leiter der Klinischen Abteilung für Neurologie. Moderne Therapien könnten vielen helfen, entscheidend sei aber das rechtzeitige Erkennen der Warnsignale und sofortiges Handeln.
Ein Schlaganfall entsteht durch eine plötzliche Durchblutungsstörung oder Blutung im Gehirn. Die betroffenen Bereiche erhalten dann nicht mehr genug Sauerstoff. Der Leitsatz der Schlaganfallmedizin lautet daher „Time is Brain“ – je schneller die Behandlung startet, desto mehr Hirngewebe kann gerettet werden.
FAST-Test hilft bei Erkennung
Typische Warnsignale sind plötzliche einseitige Lähmungen oder Taubheit, Sprach- und Sehstörungen sowie starke, ungewöhnliche Kopfschmerzen. Der FAST-Test bietet eine einfache Orientierung:
- Face (Gesicht): Hängt ein Mundwinkel beim Lächeln herab?
- Arms (Arme): Können beide Arme gleichzeitig angehoben werden?
- Speech (Sprache): Ist die Sprache undeutlich oder verändert?
- Time (Zeit): Bei Verdacht sofort den Notruf 144 wählen!
Selbst wenn die Symptome rasch wieder verschwinden, ist eine sofortige ärztliche Abklärung nötig. Dahinter könnte eine transitorische ischämische Attacke (TIA) stecken, die als Warnsignal für einen drohenden Schlaganfall gilt.
Moderne Therapien und Rehabilitation
Auf der Stroke Unit des Universitätsklinikums St. Pölten stehen schnelle Diagnostik, moderne Therapien und interdisziplinäre Zusammenarbeit im Zentrum. Neben medikamentöser Behandlung wird bei geeigneten Fällen auch die mechanische Thrombektomie eingesetzt. Dabei entfernen Ärzte ein Blutgerinnsel mittels Katheter aus einem verstopften Hirngefäß. Die Behandlung erfolgt in enger Kooperation von Neurologie, interventioneller Radiologie, Anästhesie, Intensivmedizin und Neurochirurgie sowie mit weiteren Kliniken.
Ein zentraler Baustein der Versorgung ist die frühe Rehabilitation. Gezielte Therapien helfen Betroffenen, verlorene Fähigkeiten zurückzugewinnen und ihre Selbstständigkeit im Alltag so weit wie möglich wiederherzustellen.
Der Welt-Schlaganfall-Tag soll das Bewusstsein für die Erkrankung schärfen: Wer Warnsignale kennt, schnell reagiert und auf einen gesunden Lebensstil achtet, kann Risiko und Folgen eines Schlaganfalls entscheidend verringern.
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