St. Pölten ist bester Bahnhof Österreichs

Mathias FischerMathias Fischer
Bahnhof Bregenz mit gelben und roten Bussen vor dem roten Bahnhofsgebäude
© Mirjam Mayer (Symbolbild)

Beim VCÖ-Bahnhofstest haben Fahrgäste den Hauptbahnhof St. Pölten zum besten großen Bahnhof des Landes gekürt. Bei den größeren Bahnhöfen außerhalb der Landeshauptstädte siegte Lienz. Rund 13.300 Reisende bewerteten die Stationen nach 16 Kriterien.

Der Hauptbahnhof St. Pölten hat beim diesjährigen VCÖ-Bahnhofstest die Spitzenposition in der Kategorie der großen Bahnhöfe erreicht. Das gab der VCÖ in einer Aussendung bekannt. Den zweiten Platz belegte der Wiener Westbahnhof, gefolgt vom Grazer Hauptbahnhof auf Rang drei. Als schönster Bahnhof in dieser Kategorie wurde der Wiener Hauptbahnhof ausgezeichnet.

In der Kategorie der größeren Bahnhöfe außerhalb der Landeshauptstädte konnte sich Lienz durchsetzen. Hohenems landete auf dem zweiten Platz, St. Paul im Lavanttal auf dem dritten. Der Bahnhof Feldkirch wurde in dieser Kategorie zum schönsten Bahnhof gewählt.

Bei den kleinen Bahnhöfen führt Mariazell die Rangliste an. Mallnitz-Obervellach folgt auf Platz zwei, Hofstetten-Grünau auf Platz drei.

13.300 Fahrgäste beteiligten sich

Rund 13.300 Fahrgäste nahmen am VCÖ-Bahnhofstest teil und bewerteten Bahnhöfe in Zügen sowie online nach 16 Kriterien. Der Hauptbahnhof St. Pölten erhielt besonders gute Noten für die Erreichbarkeit zu Fuß, mit dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln. Auch Barrierefreiheit, die Verfügbarkeit von Ticketautomaten und die Fahrgastinformation wurden positiv bewertet.

Am Wiener Westbahnhof und am Grazer Hauptbahnhof erhielt die öffentliche Erreichbarkeit die höchsten Bewertungen. Mit Ausnahme des Bregenzer Hauptbahnhofs wurden alle großen Bahnhöfe von den Fahrgästen gut beurteilt.

Lienz punktet mit Sauberkeit und Barrierefreiheit

Der Bahnhof Lienz überzeugte insbesondere bei Erhaltungszustand, Sauberkeit, Barrierefreiheit sowie der Erreichbarkeit zu Fuß und mit dem Fahrrad. Hohenems erhielt gute Bewertungen für Ticketautomaten, Rad-Erreichbarkeit und Radabstellplätze. St. Paul im Lavanttal punktete unter anderem bei Sauberkeit, Ticketautomaten und der Helligkeit des Bahnhofsgebäudes.

Zum schönsten Bahnhof dieser Kategorie wurde Feldkirch vor Lienz und Bad Ischl gewählt.

Auch mehrere kleine Bahnhöfe erhielten sehr gute Bewertungen. Der Bahnhof Mariazell belegte den ersten Platz, gefolgt von Mallnitz-Obervellach. Dritter wurde der Bahnhof Hofstetten-Grünau. Damit landeten zwei Bahnhöfe der Mariazellerbahn auf dem Podest.

„Bahnhöfe sind mehr als Haltestellen. Sie sind Aushängeschild und Visitenkarte der Bahn und zudem zentrale Mobilitätsdrehscheiben jeder Region“, sagte VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Deshalb sei eine hohe Qualität der Bahnhöfe besonders wichtig.

Unzufriedenheit bei WC-Anlagen und Sauberkeit

Der Test zeigt zugleich Verbesserungsbedarf. 30 Prozent der Befragten sind mit dem Wartebereich und dem Witterungsschutz ihres bewerteten Bahnhofs unzufrieden, 32 Prozent mit der Sauberkeit und 48 Prozent mit den WC- und Sanitäranlagen.

37 Prozent wünschen sich eine bessere öffentliche Erreichbarkeit außerhalb der Hauptverkehrszeiten, 40 Prozent mehr flexible Mobilitätsangebote wie Rufbusse und Sammeltaxis.

Die Bedeutung guter Anbindungen unterstreichen auch die Wege der Fahrgäste: 34 Prozent kamen zu Fuß zum Bahnhof, 31 Prozent mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln und acht Prozent mit dem Fahrrad. Vom Bahnhof zum Zielort gingen 41 Prozent zu Fuß, 37 Prozent nutzten öffentliche Verkehrsmittel und sechs Prozent das Fahrrad.

Schwendinger sieht auch Gemeinden und Städte gefordert. Durch eine entsprechende Raumplanung und Siedlungsentwicklung rund um Bahnhöfe könne die Zahl der Bahnfahrten erhöht und damit die Verkehrsbelastung auf den Straßen sowie Abgas- und Lärmbelastung für Anrainer reduziert werden.

Quelle: APA

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